Transportiert Deine Website Deine Liebe? [Alles auf Start 39]

24. Juni 2021 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

Für viele Deiner zukünftigen Kunden ist Deine Website der erste Kontaktpunkt. Und, wie sieht dieser erste Kontakt aus? Ist die Website in der Lage, die Liebe zu den Produkten oder Dienstleistungen auch zu kommunizieren? Und ist das überhaupt SEO-relevant?

 

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Transportiert Deine Website Deine Liebe?

Moin! Da seid ihr ja schon wieder bei „Alles auf Start“. Ich habe heute ein bisschen vielleicht ein esoterisches Thema mitgebracht, also jetzt nicht so ein Hardcore-SEO-Thema. Aber ihr könnt euch sicher sein, es ist SEO-relevant. Und ich finde sogar, es ist sehr, sehr SEO-relevant. Es ist halt nur nicht das Typische von wegen, ich recherchiere Keywords und baue die irgendwo ein.

Also: Worum geht’s denn? Ich möchte mit zwei Beispielen anfangen. Ich habe ja die Ehre gehabt in den letzten 20 Jahren, in denen ich SEO mache, mit vielen guten, interessanten Menschen zu sprechen, viele Workshops, Seminare und so. Und ein paar davon sind bei mir sehr hängengeblieben, aus verschiedenen Gründen.

Ich habe zum Beispiel mal einen Wein Online-Shop betreut und wir saßen da o mit dem Geschäftsführer zusammen und man merkte einfach wirklich, dass dieser Mann für dieses Produkt brennt. Dass er wirklich eine sehr, sehr tiefe Produktkenntnis hat. Der konnte, wenn man ihn nicht gebremst hätte, stundenlang über das Thema sprechen. Er hatte einfach eine sehr hohe Liebe zum Produkt. Ist dann auch immer schön, auch das mache ich immer gerne, dass ich später noch mir das Lager zeigen lasse oder was auch immer dieser konkrete Kunde da jetzt hat. Und auch da einfach schön, das alles zu sehen und wie sehr dieses Produkt geliebt wird.

Das zweite Beispiel: Ein anderer Kunde von uns hat einen Online-Shop für Schuhe und mehr als 20 Ladengeschäfte. Und auch da ist es so, wenn man den Chef trifft, dass man schon merkt, dass er dieses Produkt eben wirklich liebt und dass da wirklich eine sehr tiefe, auch hier, Produktkenntnis vorhanden ist. Da möchte man gar nicht hinfahren und irgendwie mit dreckigen, billigen Schuhen auftauchen, weil es einfach nicht passend ist.

Ebenso wie ich so für das Thema SEO brenne, brennen die halt für ihre Themen. Und das ist sehr schön und das ist ein echtes Asset, wie man halt neudeutsch sagt. Die Frage für mich ist immer, und die möchte ich jetzt gar nicht bezogen auf diese beiden Fälle beantworten, sondern:

Vermittelt meine Website die tiefe Liebe zum Produkt oder zur Leistung?

Je nachdem natürlich, was ich so anbiete. Kann meine Website das?

Jetzt muss man natürlich erst mal zugeben: In einigen Themengebieten ist das schwierig. Also wenn du Schrauben verkaufst oder Kühlschränke, dann ist das Thema natürlich ein bisschen begrenzt. Also die tiefe Liebe zu einer Schraube? Nee, natürlich jetzt eher nicht. Aber in Bereichen wie Mode, Genuss, Hobby, Sport und Co. ist es natürlich ganz anders. Also vor allem bei Produkten oder Leistungen, die mir wichtig sind oder zu denen man idealerweise auch eine Haltung hat.

Wenn ich zum Beispiel vegane Sachen habe, dann erwarte ich einfach, dass die Geschäftsführung natürlich auch vegan isst. Das macht anders überhaupt keinen Sinn. Und nochmal: Ist die Website in der Lage das zu vermitteln?  

 

Wie könnte meine Website das denn machen?

Also erstmal natürlich mit den primären Inhalten der Website. Wenn ich auf die Website gehe, ich habe gerade ein so ein Beispiel im Hinterkopf, die halt sehr neutral sind mit ihrem Shop. Also da gibt’s drei Menschen, die brennen für dieses Thema und haben sich aber immer eher so sehr zurückgehalten, also sehr deutsch einfach. Hier sind die Produkte und diese schöne Geschichte, die diese Menschen haben, haben sie gar nicht nach vorne gestellt. Aber es gibt natürlich noch viel mehr Möglichkeiten.

Zum Beispiel Videos. Ich kann natürlich jetzt einfach einen langweiligen Beitrag schreiben oder ich mach halt ein Video mit den ganz persönlichen Schuhtrends für den Sommer, wo ich eben auch mal sage: Dieser Trend hier, der mag zwar sein, aber ich finde ihn blöd. So einfach nur auch Kante zeigen und zeigen, dass du dich mit dem Thema auseinandersetzt.

Oder natürlich, ihr hört das hier, einen Podcast zu machen. Zum Beispiel einen Beitrag „So findest du deinen Lieblingswein“. Gibt’s durchaus Methoden, wie man sich dem nähern kann. Und da mal darüber zu sprechen und dabei natürlich auch ein Glas Wein zu trinken. Ja klar, warum nicht?

Oder Blogbeiträge, und die kannst du auch gerne mal krawallig machen, so: Warum auch ein 5 Euro Wein nicht schlecht sein muss – Und warum ich trotzdem lieber 25 Euro für eine Flasche ausgebe. Kann man ja mal machen.

Oder auch eine persönliche Notiz im Newsletter: Wir haben diese Woche meinen Lieblingswein reinbekommen. Und wirklich auch mit Foto von dir und wie du halt dieses Produkt in den Händen hältst und total dich darauf freust, dass du heute Abend diese Flasche Wein trinken darfst.

Du hast natürlich die übliche Social-Media-Palette zur Verfügung. Also es gibt eine neue Lieferung und dann kann natürlich abgelichtet werden, wie du erst mal die Flasche aufmachst und das probieren musst. Oder auch, weiß nicht, einen Beitrag wie: Was ist der beste spanische Rotwein 2021? Also alles, was irgendwie eben abbildet, dass du dich mit diesem Produkt auskennst.

Man kann das alles natürlich auch noch gut verbinden. Das heißt, du machst einen Podcast zu dem Thema zum Beispiel „So findest du deinen Lieblingswein“. Dann machst du daraus noch einen Blogbeitrag, wo die wichtigsten Punkte noch mal als Checkliste aufgeführt werden zum Beispiel. Und das dann eben auch über Social Media zu bewerben oder auch von der Startseite aus zu verlinken. All das kannst du natürlich machen. Also bei jeder Sache dann möglichst immer drüber nachdenken: Wie kann ich da das Maximum herausholen? Dafür einen Newsletter verschicken „So findest du deinen Lieblingswein“. Natürlich, kann man auch machen.

So, jetzt habe ich viel geredet, und natürlich ist die Frage:

 

Was hat denn das jetzt mit SEO zu tun?

Da muss ich natürlich sagen: Auf den ersten Blick nichts. Wobei ich grundsätzlich sagen muss, erst mal, meine These ist immer: Menschen kaufen bei Menschen. Das ist, glaube ich, online nicht unbedingt anders, außer vielleicht, wenn ich Schrauben kaufe oder Produkte, die einfach fürchterlich langweilig sind.

Aber selbst wenn das alles nichts mit SEO zu tun hätte, könnte dieser Human Touch, den ich da reinbringe, und meinen Touch, den ich da reinbringe, kann trotzdem helfen, mehr Umsatz zu machen. Zum Beispiel: Stammkunden gewinnen oder Neukunden zu überzeugen. Wie auch immer.

Aber wie ihr schon zwischen den Zeilen gelesen habt, es hat was mit SEO zu tun. Und eben etwas, was sehr viele Unternehmen vernachlässigen. Nämlich es hat was damit zu tun, ob ich eine Marke bin, ob ich eine Marke werde.

Es gibt ja bei SEO dieses Thema E-A-T: Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Das sind eben schon Aspekte, die Google versucht zu messen. Vor allem dieses ganze Expertise-Thema, wie kann ich das denn wohl transportieren? Zum Beispiel über Podcast, Blogbeitrag und sonstige Sachen.

All das muss übrigens nicht immer der Chef sein. Ich habe am Anfang ja gesagt, die beiden Beispiele, die ich mir rausgesucht hatte, da hatte der Chef diese tiefe Liebe, und so ist es ja auch in der Regel. Das heißt aber nicht, dass der Chef auch der nach außen exponierte Experte sein muss. Der Chef hat leider oft viel zu tun und hat manchmal, muss man auch ehrlich sagen, das merke ich auch in hoher Regelmäßigkeit, dass der Chef manchmal auch keine Lust darauf hat zum Maskottchen zu werden oder ähnliche Sachen.

Du kannst auch einen anderen Experten aufbauen oder irgendwie eine Zusammenarbeit vielleicht mit jemandem finden, der eben gerne seine Nase nach außen trägt. Deswegen ist es natürlich alles schon wichtig und trotzdem, auch noch mal, also dieses E-A-T ist ja eher so ein relativ weicher Faktor. Aber es kann auch trotzdem direkt für SEO was bringen, weil die Inhalte, die ich erstelle, vielleicht gut ranken.

Also ich mache diesen Blogbeitrag zum Thema „Wie finde ich meinen Lieblingswein“, und wenn jemand danach sucht, kann er eben auch direkt auf meinen Beitrag kommen, auf meinen Blogbeitrag, auf meinen Podcast, was auch immer.

Oder vielleicht sucht das ein Journalist, weil er einen Beitrag darüber schreiben muss, und stolpert über dich als medienkompatiblen Chef. Dann hat das Ganze wieder einen Wert, weil in der Folge eben wieder ein Link entsteht oder eine Erwähnung oder was auch immer.

Und deswegen hat das Ganze natürlich in meinen Augen schon einen SEO-Wert, es ist nur ein bisschen sehr in die Zukunft gedacht. Also nur, weil ich das jetzt mache, weil ich jetzt einen Podcast mache, heißt das nicht, dass ich morgen 50 gute Signale an Google aufgebaut habe, sondern da geht’s natürlich um Kontinuität, um Dranbleiben, um langfristig sich zu positionieren. Aber das ist bei Marketing eigentlich immer so.

Einen Hinweis muss ich natürlich noch geben. Ich glaube, wir Deutschen sind einfach nicht per se gut in sowas. Das merke ich bei ganz vielen Unternehmen. Wir Deutschen halten ungern die Nase in den Wind. Wir fallen ungerne auf. Wir heben uns ungerne von anderen ab. Und genau das ist eigentlich, was hier passieren muss. Es gibt diesen schönen Satz: Wenn du deine Nachbarn verunsichern willst, stelle an einem anderen Tag die Mülltonnen raus. Und bei diesem ganzen Thema muss man sagen, sind wir Deutschen nicht so weit vorne, da ist die USA, glaube ich, einfach anders aufgestellt. Da geht’s sehr darum, sich zu exponieren, und da hat auch keiner ein Problem damit zu sagen, ich bin der Beste in etwas. Das ist natürlich dann immer gut, wenn man auch wirklich der Beste in etwas ist.

Also: Schritt 1 ist sicherlich, sich dessen bewusst zu werden, wir sind in der Regel nicht gut in sowas. Trotzdem muss man immer sagen, unter den Blinden ist der Einäugige immer noch König. Das heißt, hier habe ich ein Potenzial. Das heißt natürlich nicht, dass ich das wie in den USA machen muss und groß mit dem Megafon rausbrüllen, dass ich der Geilste überhaupt bin. Nein! Das ist gar nicht erforderlich.

Man kann da sicherlich einen gesunden Mittelweg finden. Auch hier gilt natürlich wie immer im SEO: Ich muss nur besser als meine Mitbewerber sein.

Und vielleicht noch ein Aspekt, den ich auch immer kommunizieren muss: All das hilft dir in Bezug auf SEO und es hilft dir gleichzeitig auch, Traffic außerhalb von SEO zu kriegen, zum Beispiel, weil Leute deinen Podcast hören, ihn weiterempfehlen und, und, und. Das heißt, dadurch dass du etwas für SEO machst, machst du dich unabhängiger von SEO. Und wie geil ist das denn eigentlich?

Also der Aufruf ganz klar von mir an dich, dass du daran arbeitest, stärker nach außen zu tragen die Liebe für dein Produkt oder deine Produkte oder deine Leistung oder deine Leistungen. Was auch immer du machst, ich weiß das nicht. Ein paar von euch kenne ich jetzt mittlerweile, aber da müsst ihr einfach mal auf eure Website gehen und holt euch irgendjemand von der Straße und befragt ihn einfach mal zu eurer Website, zu dem, was ihr insgesamt so macht: Ist das geeignet, um herauszustechen aus der Masse der anderen Langeweiler? Ist das geeignet, eure Liebe zu kommunizieren?

Ich kann euch, jetzt minimaler Werbeblock, an dieser Stelle auf mein Buch verweisen, das heißt „WHY ME?“. Da geht’s nämlich genau um dieses Thema: Warum sollte Google mich eigentlich auswählen in den Suchergebnissen? Da gibt’s eine ganz einfache Antwort drauf: Weil du in der Lage bist, Signale zu schicken an Google, die andere nicht schicken. Die kriegen die Langeweiler nicht hin, aber du schaffst es.

Und auf dem Weg wünsche ich dir viel Glück, viel Erfolg. Wenn du mit mir darüber reden möchtest, mach das bitte. Du wirst mich finden. Wenn du dabei Hilfe brauchst, von meiner Agentur oder von mir, sag‘s bitte auch, dann finden wir auch immer einen Weg. Das ist unser tägliches Brot, das ist das, was wir machen.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster, Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und verantwortlich für das suchradar.

Markus hat vier Kinder, spielt in seiner Freizeit gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

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