Wird meine Website für Duplicate Content abgestraft? [SEO FAQ #16]

2. Oktober 2018 | Von in SEO

Nur wenige Ängste sind ähnlich verbreitet wie die Angst vor Duplicate Content und einer damit verbundenen Abstrafung. Nur weil man einige Inhalte kopiert hat, ereilt einen der Bannstrahl der Suchmaschinen? Ist das wirklich so?

 

Abstrafung oder Abwertung?

Eine Klarstellung vorab: Eine Abstrafung kann es nicht wirklich geben. Denn eine Abstrafung bedeutet, dass ein Mitarbeiter Googles die Websites manuell abstraft, weil sie gegen die Google-Richtlinien verstößt. Zu Duplicate Content gibt es aber faktisch keine entsprechende Richtlinie. Folglich kann es auch keine Abstrafung („manuelle Maßnahme“ oder „Manual Action“) geben.

Es könnte nur eine Abwertung geben. Damit ist gemeint, dass der Google-Algorithmus eine Website oder Teile davon abwertet. Klären wir also im Folgenden, ob es eine Abwertung geben kann.

 

Duplicate Content – was ist das?

Zunächst muss aber noch der Begriff erklärt werden. Duplicate Content bedeutet: Unter verschiedenen URLs befinden sich identische Inhalte. Von Near Duplicate Content spricht man, wenn die Inhalte nicht exakt identisch, aber doch überwiegend deckungsgleich sind.

Duplicate Content („DC“) gibt es in zwei Varianten: interner und externer DC. Beide Begriffe sollten klar sein:

  • Bei internem DC gibt es innerhalb einer Website mehrere Seiten mit identischen Inhalten (also z. B. website.de/herren/schuhe/ und www.website.de/schuhe/herren/).
  • Bei externem DC gibt es die Dubletten über mehrere Domains hinweg (also z. B. website1.de/artikel.html und www.andere-website.de/hier-der-artikel.html).

Die Unterscheidung ist wichtig, da die Effekte, die auftreten können, unterschiedlich sind.

 

Was passiert bei internem DC?

Bei internem DC gibt es mehrere Dubletten innerhalb einer Website. Nun funktionieren Suchmaschinen so, dass sie pro Seite/URL Signale abspeichern (z. B. Anzahl der internen Links). Wenn sich diese Signale nun über mehrere Dubletten verteilen, kann das schlecht sein, da eine Dublette dann weniger Signale hat, als würde man die Signale auf einer einzigen Seite vereinen.

Kurz gesagt: Interner DC führt dazu, dass Seiten schlechtere Rankings produzieren können. Google wird aber mit dem DC recht pragmatisch umgehen und einfach eine der Dubletten in den Suchergebnissen anzeigen.

 

Was passiert bei externem DC?

Externer DC hat relativ ähnliche Effekte. Wenn es eine Seite auf den Websites A, B und C gibt, wird Google in den Suchergebnissen in der Regel nur eine der drei Seiten ausgeben (z. B. die, die den Content zuerst hatte); die anderen beiden Seiten werden als Dubletten erkannt und einfach rausgefiltert.

Es kann aber auch gut passieren, dass die Dubletten gar nicht erst den Weg in den Google-Index finden. Wenn der Crawler merkt, dass er einen bestimmten Inhalt schon 30mal anderswo gesehen hat, kann es gut passieren, dass die Seite gar nicht erst den Weg in den Index findet – und damit folgerichtig auch gar nicht erst in den Suchergebnissen erscheint.

Falls eine Website ausschließlich oder überwiegend aus DC besteht, kann es auch passieren, dass es für die gesamte Website einen niedrigen Qualitätsfaktor gibt. Die nicht duplizierten Inhalte würden dann unter der Existenz der duplizierten Inhalte leiden. Es ist allerdings strittig, ob es eine solche Gesamtbewertung gibt – mal davon abgesehen, dass ohnehin niemand sagen kann, ab welchem Anteil der Dubletten an der gesamten Website Suchmaschinen anfangen würden, der Website zu vertrauen.

 

Was tun gegen Duplicate Content?

Es gibt viele Möglichkeiten:

  • Gegen internen DC hilft vor allem das Canonical-Tag. Durch dieses Tag werden die Dubletten intern zusammengezogen; die Signale werden dann einfach addiert.
  • Ganz optimal ist das aber nicht, weil es den DC ja immer noch gibt – und dieser den Crawler im Einzelfall stark beschäftigen kann. Besser ist es also in der Regel, auf Ursachensuche zu gehen und z. B. über den Report „URL-Parameter“ in der Google Search Console bestimmte Parameter, die für Duplicate Content verantwortlich sind, Google mitzuteilen. Auch kann es helfen, bestimmte doppelte Inhalte für Suchmaschinen zu sperren.
  • Gegen externen DC kann man am besten vorgehen, indem man ihn gar nicht erst entstehen lässt. In geringen Mengen ist dieser sicherlich problemlos. Wenn man also einen Blog-Beitrag veröffentlicht und dieser auch auf einem anderen Blog erscheint, ist das überhaupt nicht schlimm. Nur wenn es überwiegend doppelte Inhalte gibt, sollte man darüber nachdenken.
  • Auch bei externem DC kann z. B. ein Canonical-Tag genutzt werden, um gegenüber Google klar zu kommunizieren, wer das Original und wer die Kopien hat.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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