Edeka ist supergeil – aber leider nicht in den Suchergebnissen

25. Februar 2014 | Von in SEO

Wer über das aktuelle Viral „Edeka Supergeil“ stolpert, sucht vielleicht auch auf Google danach. Auf die Website des Werbenden – Edeka – stößt man dabei aber kaum. Denn in Bezug auf SEO hat die Kreativität dann doch nicht mehr so ganz gereicht.

Google Trends zeigt, dass es durchaus ein Interesse für „edeka supergeil“ gibt:

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Auch das Wort „supergeil“ steigt gut an:

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Da investiert Edeka also wohl gutes Geld in die Werbeprofis von JvM, um wirklich „supergeile“ Clips zu generieren, die viral ja auch prima laufen. Und dann muss man sich mal anschauen, wie lieblos das in den Suchergebnissen stattfindet:

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OK, dass YouTube auf Platz #1 steht, ist OK. Dass Google News eingeblendet werden, ist auch OK. Und dann kommt das langweilige Ergebnis von www.edeka.de. Die Klickrate dieser Seite dürfte wohl unterdurchschnittlich sein.

Was hätte man hier alles besser machen können?

  1. Man hätte auf der Seite das Video so einbauen können, dass man dafür vielleicht auch ein Video-Thumbnail bekommen hätte. Das hätte die Klickrate wohl astronomisch gesteigert – wenn Google das denn auch übernommen hätte.
  2. Der Sänger Friedrich Liechtenstein hat ja eine eigene Google+-Seite. Mit einer rel-author-Verlinkung hätte man vielleicht sogar ein Authorship-Thumbnail hinbekommen. (OK, ist inhaltlich nicht ganz korrekt, aber einen Versuch hätte es wert sein können)
  3. Die Meta Description besteht nur aus „Supergeil“ – und sonst nichts. Wenn man hier die 90-Zeichen-Grenze überschritten hätte, hätte man eben auch zwei Zeilen Snippet erhalten und mehr Raum in den Suchergebnissen eingenommen.
  4. Auch im Seitentitel steht nur „Supergeil | EDEKA“. Google schneidet aber erst nach ca. 70 Zeichen ab, so dass man hier auch noch mehr Botschaft hätte unterbringen können („Alle Clips auf einen Blick“).
  5. Wenn es auf der Seite selber eine Bewertungsmöglichkeit gegeben hätte, hätte man wohl auch hübsche Sternchen-Bewertungen als Rich Snippet erhalten.

Wenn man all das gemacht hätte, hätte es mehr Traffic für Edeka gegeben und weniger Traffic für YouTube & Co.

Ich will hier gar nicht JvM die Schuld geben. Aber: Es zeigt mir, dass viele Werbetreibende den letzten Meter einfach noch nicht gehen. Man steckt viel Geld in die Werbung und vergisst dann, aus dem Hype das Maximum für sich selber herauszuholen.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

11 Kommentare zu “Edeka ist supergeil – aber leider nicht in den Suchergebnissen”

  1. Klaus

    Also wenn ich mir den Konzept anschaue, ist es das Ziel der Kampagne nicht Traffic oder LInks zu generieren.
    Es geht um Image und Brand.
    Und finde egal ob die „Surfer“ auf die Edeka-Seite oder Youtube sich das Video anschauen. Sie wollen, schließlich, sich das Video anschauen und und es „supergeil“ finden ;).
    PS bei mir ist edeka.de auf Platz 1 bei „edeka supergeil“ und sogar auf Platz 1 für „supergeil“.
    Und wenn man „Supergeil“ googelt, gibt es nur Edeka (News, Youtube, etc.) in den Top10.

  2. Markus Hövener

    Das sehe ich schon etwas anders. Wenn ich Edeka wäre, würde ich wollen, dass die Besucher auch meine Site besuchen. Wenn die sich schon das Video anschauen, dann doch bitte auf meiner eigenen Website, wo man den Brand auch direkt sehen kann.

  3. Thomas Symann

    Wenn die Besucher direkt auf die eigene Seite kommen würden, könnten so ein der ein oder andere organische Backlink entstehen oder der Edeka-Link würde in den sozialen Medien geteilt werden.

    Je größer die Agentur, je schlechter „die letzten Meter“ ist meine eigene Erfahrung dazu. Leider zu oft selbst erlebt. Dabei hätten die oben genannten SEO-Empfehlungen nicht wirklich viel Geld gekostet. Das hätte im Budget locker noch drin sein müssen. Das Problem aber ist eher, dass da dann auch jemand dran denken muss 😉

  4. Klaus

    Aha … das Brand ist überall zu sehen in das Video.
    Im YouTube-Channel von Edeka auch.

    wo ist also dein Brand Problem?

    Wenn ich Edeka wäre, würde ich wollen, dass die Besucher sich das Video aud soziale Netzwerken anschauen: Da ist diese „Werbung-Effekt“ werniger Präsent und führt , normalerweise, zu mehr Akzeptanz (insebosendere bei junge Leute, die auch das Zielpgruppe sind diese Kampagne). Außerdem ist auf soziale Netzwerken die interaktion größer als auf der eigene HP.

  5. Jonas

    Es soll ja auch Optimierer geben die behaupten, wenn alle anderen „9“ Ergebnisse die volle title und description Länge ausnutzen, fällt man mit einem „kürzeren“ Snippet mehr auf.
    Punkt 1, 2 und 5 und vor allem der Annahme, dass der letzte Meter nicht zu Ende gedacht wurde, stimme ich allerdings zu!

  6. real life

    vielleicht liegt es auch daran(dialog/zitat in einer kreativagentur aus dem echten leben):
    strategic planner 1: „gehst du am wochenende auch zu dieser online marketing fortbildung?“

    strategic planner 2: „ich bin doch kein elektriker!“

  7. hojo

    Vermutlich wären die Effekte aus den „letzten Metern“ so wenig messbar, dass sich selbst der kleinste zusätzliche Aufwand hierfür gar nicht rechnen würde. SEO ist für den Edeka-Konzern vermutlich so zielführend wie für einen lokalen Metzger aus München Werbung im Hamburger Abendblatt. Ich habe mich jedenfalls noch nie vor meinem Einkauf in einem Edeka (da bin ich Stammkunde) auf deren Webseite informiert (zumal das ja ohnehin alles lokale Kaufleute sind, welche die Märkte führen und im Normalfall auch eigene Homepages betreiben). Die jahrelange kreative TV-Imagewerbung von EDEKA hingegen halte ich für gelungen und dort ist das Geld auch vermutlich sehr gut eingesetzt. SEO hingegen ist m.E. für Handelskonzerne – jedenfalls solange kein zentral gesteuerter, bundesweiter Online-Lieferdienst angeboten wird – reine Geldverschwendung.

  8. Anonymous

    Ich glaube, mit den kleinen Mankos kann man sehr gut leben – auch aus SEO-Sicht. Man muss auch als SEOler wohl zweifellos anerkennen, dass die Kampagne auch ohne 100% SEO-Work fliegt. Links gibt es trotzdem haufenweise. Und ob ein besserer Descriptiion Tag oder ein Thumbmail wirklich noch eine Mio mehr Besucher bringt. Ich weiß ja nicht. 😉 Da ist der Neid wohl größer als das Optimierungspotential.

  9. Markus Hövener

    Ich find die Kampagne supergeil. Um Neid geht es mir da nicht.

    Ich finde es wie gesagt nur seltsam, dass man dieselbe Kreativität nicht auch für sein Suchergebnis nutzt.

  10. Philip

    Die Darstellung in den Google SERPs kann zwei Gründe haben. Nummer 1: EDEKA arbeitet mit einer automatischen Weiterleitung (edeka.de/supergeil verweist dann auf deka.de/EDEKA/de/edeka_zentrale/unterhaltung/webspecial/supergeil/supergeil.jsp) Google nimmt also die erste URL (hier durchaus optisch positiv)
    Nummer 2: Die Meta-Description ist vorhanden, aber fehlerhaft (content=“Das neue EDEKA Musikvideo mit Friedrich Liechtenstein. Jetzt anschauen und „supergeile“ Videobotschaften versenden!“ | Doppelte Verwendung von Anführungszeichen)
    Schade ist das schon, wenn nicht alle Schritte zu 100% sitzen.

  11. Jan

    Kann hier leider auch nicht zustimmen. Für mich wäre hier der virale Effekt als wichtiger zu bewerten und dann ist es wichtig, dass der User auf die Seite kommt auf der er das Video teilen kann. Das ist nunmal youtube. Dort sehen es sich die Leute an, dort teilen sie es. Im übrigen habe ich auch die Edeka Seite auf Platz 1 und erst dann youtube. Das einzige, was man zu Recht kritisieren kann sind die nicht so schönen Title und Description der Edeka URL und die unschöne erst 301 dann erst 302 Umleitung. Aber auch da wurde es richtig gemacht, die kurze ULR die ideal zum Teilen ist einzurichten und zu nutzen. Von daher kann ich nur sagen, durchaus auch aus SEO Sicht alles richtig gemacht. Wir SEOs sollten uns angewöhnen nicht immer sofort zu kritisieren, insbesonere wenn wir unseren Kunden dann erklären, dass SEO Zeit braucht. 😉

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