Sollte man noch Gastbeiträge für Linkaufbau nutzen? [SEO FAQ #18]

27. November 2018 | Von in SEO

Gastbeiträge sind nicht unkritisch, seit Google diese vor einigen Jahren als Quelle möglicher Ranking-Manipulation erkannt hat. Denn: Über Gastbeiträge können zwar hochwertige Links entstehen. Aber so ganz unproblematisch ist das nicht, denn Google ist oft gegen die Veröffentlichung von Gastbeiträgen vorgegangen. Was gilt es also dabei zu beachten?

Worum geht es?

Gastbeiträge sind durchaus eine spannende Möglichkeit, Reichweite zu generieren, die eigene Marke aufzubauen – und gleichzeitig noch wertvolle Links zu generieren. Gerade wer es schafft, Gastbeiträge auf starken Portalen aufzubauen, kann so – zumindest theoretisch – hochwertige Links aufbauen, die von Websites mit hohem Trust und hoher Autorität kommen.

Genau aus diesem Grund wurden Gastbeiträge in der Vergangenheit oft zum Linkaufbau missbraucht. So gab es Anbieter, die hunderte Links über Gastbeiträge aufgebaut haben. Kein Wunder also, dass Google sich gegen solche Taktiken ausgesprochen hat.

 

Was sagt Google?

In den Google-Richtlinien zum Thema „Linktauschprogramme“ (https://support.google.com/webmasters/answer/66356?hl=de) steht das Folgende:

„[…] die sich negativ auf das Ranking einer Website in den Suchergebnissen auswirken können: […] Artikel-Marketing im großen Stil oder das Posten von Kampagnen als Gast mit Ankertextlinks, die viele Keywords enthalten“

Mit „Artikel-Marketing“ sind hier Gastbeiträge gemeint. Erlaubt sind diese also, wenn die beiden folgenden Regeln erfüllt sind:

  • Gastbeiträge werden nur in geringem Umfang publiziert. Hier wird kein Schwellenwert definiert, sodass „im großen Stil“ leider als unscharfe Grenze besteht.
  • Die Gastbeiträge enthalten keine Keyword-Links (also z. B. „Hans Peter ist ein Spezialist für <a href=“…“>günstige Ratenkredite</a>“). Es wäre also problemlos möglich, Links einzubauen, die z. B. nur die eigene Brand beinhalten.

Grundsätzlich geht es natürlich nur um Gastbeiträge, bei denen auch Links entstehen. Wer Gastbeiträge ohne Links veröffentlicht, wird durch Google in keiner Weise beschränkt.

 

Wie sieht die Empfehlung aus?

  1. Gastbeiträge sind solange sinnvoll, wie die beiden Kriterien erfüllt werden. Es darf also keine Keyword-Links geben. Außerdem sollten Gastbeiträge nur einen recht kleinen Teil des Link-Portfolios ausmachen.
  2. Entscheidend bei der Frage, ob sich ein Gastbeitrag lohnt, sollte nie nur der Blick auf den Link sein. Besser ist es, den Gastbeitrag aus den oben genannten Gründen zu veröffentlichen: Aufbau der Marke, Generierung von Reichweite. Der Link ist dann faktisch nur die Kirsche auf der Sahnetorte.
  3. Das Veröffentlichen von Gastbeiträgen ist zwar unter den genannten Bedingungen durch Google toleriert. Der Fokus der Arbeit sollte allerdings eher auf „Earned Links“ liegen, also auf Links, die man sich verdient: Wegen der herausragenden Inhalte (z. B. eine neue Studie) verlinken andere Websites freiwillig auf die eigene Website – ohne dass man hier Gefahr läuft, eine bestimmte Schwelle (siehe „in großem Stil“) zu überschreiten.
  4. Gastbeiträge sollten nur auf echten, hochwertigen Branchenportalen veröffentlicht werden. Das ist natürlich auch deswegen sinnvoll, da es ja nicht nur um den Link, sondern auch um reale Besucher gehen soll – und die werden sich nicht auf drittklassigen Portalen befinden, die jeden Gastbeitrag annehmen.

Unser nächstes Webinar am 25. Januar 2019: 10 SEO-Mythen: Was stimmt, was stimmt nicht?

Das weiß doch jeder: Duplicate Content führt zu Abstrafungen. Blogs sind gut für SEO. Soziale Signale sind wichtig für organische Rankings. Oder etwa doch nicht? In diesem Webinar gibt es einen differenzierten Blick auf viele bekannte Mythen, denn im manchen Mythos steckt natürlich trotzdem ein bisschen Wahrheit.

Jetzt kostenlos anmelden:
10 SEO-Mythen: Was stimmt, was stimmt nicht?

Alle kommenden Webinare:
Bloofusion-Webinare im Überblick

The following two tabs change content below.

Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

2 Kommentare zu “Sollte man noch Gastbeiträge für Linkaufbau nutzen? [SEO FAQ #18]”

  1. Saša Ebach

    Eine wichtige Differenzierung: Viele Gastautoren versuchen es mit Keywordlinks in der Autorenbox. Die bringen heutzutage wohl nichts mehr und sind ein klarer Verstoß. Weiterhin sind kommerzielle Keywordlinks aus jeglichen Beiträgen, dabei spielt es keine Rolle, ob es Gastbeiträge sind oder nicht, ohnehin sehr problematisch.

    Ich finde es besser, wenn wir uns nicht mehr auf Taktiken oder Strategien konzentrieren würden, sondern allgemein Links aufbauen, die als Verknüpfung zwischen zwei redaktionellen Inhalten zu verstehen sind. Laut Googles Patenten sind das genau die Links, die sie für die Rankingberechnung verwenden wollen (und müssen).

    Auf Gastbeiträge bezogen bedeutet das in der Praxis doch folgendes:

    – Links können und sollten (!) aus dem Inhalt des Beitrags auf die eigene Website zeigen, nicht aus der Autorenbox.
    – Das Ziel des Links sollte aber ein redaktioneller Beitrag sein und keine Sales-Landingpage, Kategorie- oder Produktseite.
    – Die Verlinkung muss inhaltlichen Sinn ergeben und als Brücke zwischen zwei Inhalten fungieren (linkgebende- und linkempfangende Seite).

    Wer sich an diese allgemeinen Regeln, der kann Links mit beliebigen Strategien aufbauen. Gastbeiträge sind eine gute, aber auch nur EINE Möglichkeit.

    Zum Thema Keywordlinks möchte ich noch hinzufügen, dass Google sich sehr wohl wünscht, dass wir diese verwenden. Allerdings nicht etwa „Rote Nike Schuhe hier günstig kaufen“, sondern eher „Gewinnung von umweltschonenden Stoffen für die Sneakerproduktion“. Natürlich auf einer Seite, die dieses Thema aus redaktioneller Sicht behandelt. Denn der Beitrag soll dann schon für genau diese Wortkombination ranken. Google verwendet in den Patenten dafür gerne den Begriff „commerciality“ und schreibt ausdrücklich, dass eine zu hohe zur Abwertung führt.

    Unser Hang dazu bei der Optimierung stets maßlos zu übertreiben, ist das, was Google dazu bewegen (muss), entsprechend mit einer Abwertung auf kommerzielles Keywordlinking zu reagieren.

  2. Markus Hövener

    100%ige Zustimmung!

Kommentieren