Neue Features in Google My Business: Bessere Rankings, mehr Umsatz!? [Search Camp Episode 149]

13. Oktober 2020 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

Google My Business ist ein wichtiges Tool – vor allem für lokale Unternehmen. Welche Features sind in letzter Zeit neu hinzugekommen? Was kann man damit erreichen? Und wohin geht die Reise in Sachen „Bezahloptionen“? Sven Deutschländer stellt sich im Interview diesen und anderen Fragen.

 

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Transcript

Markus Hövener: Ja, da sind wir doch. Herzlich willkommen wieder mal bei Search Camp. Schön, dass ihr da seid. Ich bin heute mal wieder nicht allein, ich habe einmal im Monat einen Interviewgast und heute habe ich den Sven Deutschländer bei mir, also nicht physisch bei mir, sondern wo bist du jetzt gerade?

Sven Deutschländer: In Berlin in unserer Agentur und da sitze ich in einem separaten Raum ganz mit dir allein.

Markus Hövener: Das ist schön.

Sven Deutschländer: Ja.

Markus Hövener: Das sollten wir ausnutzen. Ich glaube, wir kennen uns auch schon seit Äonen.

Sven Deutschländer: Mhm (bejahend).

Markus Hövener: Eben nochmal nachgeguckt, dein LinkedIn-Eintrag sagt, dass du der SEO Profi Berlin bist.

Sven Deutschländer: Genau.

Markus Hövener: Seit sogar Januar 2010, also schon mehr als zehn Jahre. Du machst Seminare, Workshops, viel zum Thema SEO, aber auch Google Ads und so alles Angrenzende.

Sven Deutschländer: Ja genau. Social Media, sogar E-Mail-Marketing, was immer so viele als Fremdkörper empfinden. Aber für uns ist das in der Agentur ein ganz fester Bestandteil, weil wir da auch eine Abteilung haben, die den ganzen Tag nichts anderes macht als sich um das E-Mail-Marketing von Kunden zu kümmern.

Markus Hövener: Hast du nicht mal erzählt, dass ihr sogar noch Fax-Marketing macht?

Sven Deutschländer: Ja genau, und zwar in diesem Jahr. Also wenn sich das jetzt jemand anhört, ein bisschen später, das Jahr, von dem wir grad reden, ist 2020, im Coronavirus-, Pandemie-Jahr noch viel mehr als jemals zuvor, als würde praktisch diese ganze Krisensituation dazu führen, dass man so Back to the Roots musste, haben manche Leute wirklich angefangen zu sagen, der schnellste Weg dürfte sein, den Leuten Faxe zu schicken. Und wir haben in diesem Jahr so viele Faxe verschickt wie seit vielen, vielen Jahren nicht mehr.

Markus Hövener: Krass.

Sven Deutschländer: Krass, wirklich krass.

Markus Hövener: Solange ihr nicht irgendwie Brieftauben oder Glückskekse rausschickt, geht’s ja noch.

Sven Deutschländer: Genau. Sowas in der Richtung.

Markus Hövener: Wir haben uns heute hier zusammengefunden, weil wir über Google My Business sprechen wollen. Ich weiß, dass das auch so ein bisschen ein Herzensthema von dir ist.

Sven Deutschländer: Mhm (bejahend).

Markus Hövener: Habe ich zumindest jetzt dich auf diversen Konferenzen gesehen und du hast da immer coole Tricks dabei. Also du bist offensichtlich jemand, der das sehr aktiv erforscht, oder?

Sven Deutschländer: Ja. Das hat ein bisschen damit zu tun, dass die Agentur sehr viel für kleine und kleine Mittelständler arbeitet, die als Dienstleister oft halt einen lokalen oder einen regionalen Fokus haben. Und deswegen ist dieses Ganze, nennen wir es mal die lokale Vermarktung eines Unternehmens online, für uns ein Riesending. Und da spielt halt Google My Business als der entscheidende Lokalbereich in der Google Suchmaschine immer eine wichtige Rolle. Und so wie das mal eine Weile lang so ein bisschen weg vom Fenster war, weil man meinte, Google+ gründen zu müssen, so kam das nach dem Scheitern von Google+ zurück. Und im Jahr 2020 durch die ganze Coronavirus-Pandemie sind wahnsinnig viele Funktionalitäten dazugekommen, weil all diese lokalen Unternehmen plötzlich sehr viel mehr Kommunikationsbedarf oder besonderen Kommunikationsbedarf hatten. Und das hat für die Leute, die sich mit Google My Business beschäftigen müssen, eine Menge neue Herausforderungen mit sich gebracht. Und dadurch kam es halt, dass ich dieses Jahr bestimmt schon sechsmal oder siebenmal auf irgendetwas Konferenzähnlichem dazu gesprochen habe und auch den ein oder anderen Gastbeitrag dazu schon veröffentlicht habe.

Markus Hövener: Ich hatte kurz am Anfang überlegt, ob wir noch kurz erklären müssen, was Google My Business eigentlich wirklich ist.

Sven Deutschländer: Mhm (bejahend). Ja, können wir durchaus für alle, die da jetzt wirklich ganz frisch reinhören oder für die es noch kein Thema war. Google Maps, das benutzen wir tatsächlich alle, und wenn wir nicht Google Maps benutzen, dann irgendeine andere Navigationssoftware. Und jede Navigationssoftware hat kleine Pins, also die Standorte von Geschäften auf der Karte drauf und die müssen ja irgendwie dahinkommen. Und dafür gibt es halt einen Dienst, dieser Layer, der darüberliegt, wird halt über einen Dienst gesteuert, und oft nennt sich das einfach ein Places Service. Das gibt’s von den verschiedensten Anbietern, die alle hier kennen, die zuhören, von Tripadvisor gibt’s das und von Yelp gibt’s das und das gibt’s bei Bing und das gibt’s eben auch bei Google. Und diese Verwaltungsebene für diese Places, für diese Pins auf den Karten, die nennt sich halt bei Google Google My Business.

Markus Hövener: Kostet auch nichts, also prima Tool.

Sven Deutschländer: Gar nichts. Genau. Ja, da müssen wir jetzt schon wieder zu den Neuigkeiten.

Markus Hövener: Ja, das tun wir, dazu kommen wir.

Sven Deutschländer: Genau.

Markus Hövener: Lass uns mal mit den Basics anfangen.

Sven Deutschländer: Korrekt.

Markus Hövener: Ich meine, wir wollen ja gleich ein bisschen gucken, was sind so die neuen Features. Angenommen, du wärst jetzt der Zahnarzt um die Ecke und du guckst dir Google My Business an, was stellst du auf jeden Fall erstmal richtig ein?

Sven Deutschländer: Es gibt, wenn man dieses Backend das erste Mal öffnet, egal ob man das jetzt auf dem Smartphone tut, immer mehr Geschäftsinhaber machen das alles einfach mit der Smartphone-App, die Google für die My Business Verwaltung zur Verfügung stellt, oder ob ich das auf dem Desktop noch ganz klassisch mache, da gibt’s eine Navigation und in der Navigation gibt’s einen ganz wichtigen Punkt, in dem man die ganzen grundlegenden Dinge unterbringen kann, und das ist der Info-Bereich. Und da gehört einfach der Name meines Unternehmens, der idealerweise da drin genauso geschrieben wird wie im Impressum meiner Webseite, dazu. Die Auswahl einer Kategorie, also was bin ich? Also in dem Fall halt würde man sagen Zahnarzt. Dann wählt man als Kategorie Zahnarzt aus. In unserem Fall wäre es sowas wie Online-Marketing-Unternehmen zum Beispiel, was als Kategorie möglich wäre. Ich trage die Adresse ein und daneben dran erscheint dann gleich so ein Kartenausschnitt und kann auch auf dem Kartenausschnitt prüfen, ob da der Pin dann, wenn das sich jemand auf Google Maps anschaut, an der richtigen Stelle steht. Diesen Pin kann man dann tatsächlich auch verrücken. Wenn das so ein großes Bürohaus ist und es hat so drei Eingänge, dann kann man wirklich diesen Pin dorthin rücken, wo der Eingang am Haus ist, in den man reinlaufen muss, damit man halt den richtigen Aufgang zum Beispiel erwischt. Dann gehören da die Öffnungszeiten dazu. Und diese Öffnungszeiten, das sollte man nicht leerlassen. Wer also nicht wie so ein Zahnarzt, der tatsächlich so Öffnungszeiten für Publikumsverkehr hat, so Agenturen haben das nicht zwingend, wer dann eher so jemand ist, der zwar physisch da ist und ans Telefon geht, dem sage ich immer, dann trag dort bei den Öffnungszeiten die telefonischen Erreichbarkeiten ein. Und dann kommt sowas wie die Telefonnummer, die Internetadresse, eine Kurzbeschreibung des Geschäfts, das sind so 750 Zeichen, die man da eintragen kann. Und als letzter Punkt, was schon wieder für den ein oder anderen eine Herausforderung bedeutet, eine Liste von Fotos, die man da hochladen sollte fürs Geschäft. Und zwar der Blick von außen, also damit die Leute wissen, wie sieht denn das Haus von außen aus, wo dieses Geschäft drin zu finden ist. Der blick von innen, also über Treppenaufgang und wie es im Laden selber aussieht. Zum Beispiel der Lobbybereich oder Empfangsbereich in dem Büro oder in den Praxisräumen. Dann kann man außerdem noch das Team hochladen, wenn man das tun will. Ich bin ja da immer ein großer Fan davon, dass man zeigt, wer in seinem Unternehmen arbeitet. Man kann so Situationen am Arbeitsplatz als Foto hochladen und Dinge, die einfach so die Identität klären. Also das Logo vom Unternehmen, wenn es denn eins gibt, und ein Titelbild, das für dieses Profil dann da steht. Das sind die Grundinformationen, die man auf jeden Fall mal als Basis in dem System hochladen sollte.

Markus Hövener: Wichtig ist natürlich auch, ich meine, die SEOs kennen es ja auch nicht anders, es gibt Richtlinien. Das heißt, jetzt kann ich mich als Firma natürlich nennen Heinz Meyer Fußpfleger Berlin GmbH. Da würdest du jetzt schon sagen, mach‘s lieber nicht, oder?

Sven Deutschländer: Jetzt kommen wir in einen Bereich, also ich antworte darauf immer, bist du ein Einzelunternehmer oder bist du eine GmbH, ist immer meine erste Gegenfrage. Der Einzelunternehmer, da heißt die Firma ja eigentlich wie der Einzelunternehmer, also Vorname, Nachname. Und das wäre natürlich in der Tat hier nicht sonderlich hilfreich, weil halt die wenigsten nach Andreas Meyer suchen würden. Und er ist ja eigentlich, was weiß ich, ein Fußpfleger, bleiben wir bei dem Beispiel. Das ist so ein mobiler Fußpflegeservice oder sowas. Dann würde ich schon im Impressum der Webseite dort, wo ich halt einfach diese vollständigen Informationen über mein Geschäft hinterlegen muss, mobiler Fußpflegedienst Andreas Meyer reinschreiben. Weil das ist der Gegencheck, den dieser Content-Moderator macht, wenn es geprüft wird. Dann kann ich das dann eins zu eins in diesen Account übernehmen. Bei uns als Agentur, wir sind die dskom GmbH, da würde ich tatsächlich in der Regel wirklich diesen Firmennamen da sauber reinschreiben. Ich kann natürlich denselben „Trick“,  in Anführungszeichen, anwenden, kann da in einer Zeile drüberschreiben Online-Marketing Agentur dskom GmbH, dann würde höchstwahrscheinlich der Content-Moderator auch Online-Marketing Agentur dskom GmbH als Firmennamen freigeben, er weiß ja nicht, wie der richtige Handelsregistereintrag ist, da hat er auch keine Zeit, das zu checken, würde es auch nicht wirklich verstehen, und dann würde man damit auch durchkommen. Ich sehe noch ganz andere Sachen, die freigegeben wurden. Und dann sage ich immer, Glück gehabt, schlicht und ergreifend. Also ich hatte letztens ein Beispiel rausgezupselt, da war der Firmenname 250 Zeichen lang und da standen Keywords drin wie „Englisch lernen in Hamburg“. Und das wurde trotzdem freigegeben. Und ich frage, hat der geschlafen bei der Schulung, der Content-Moderator? Weil natürlich andere sofort angeschlichen kommen und sagen, das will ich auch, wie kriege ich das da hin? Und die Antwort ist: Du kannst es probieren. Es gibt zwei Möglichkeiten, es wird freigegeben oder dein Account wird gesperrt. Und jetzt ist es deiner persönlichen Risikobereitschaft überlassen, was du tust. Hältst du dich an die Regeln oder probierst du es mal anders?

Markus Hövener: Eigentlich wie SEOs klassisch auch immer darüber nachdenken müssen, wie weit gehe ich eigentlich.

Sven Deutschländer: Genau. So ist das hier auch.

Markus Hövener: Ich habe mir jetzt ein paar Punkte aufgeschrieben, ich meine, ich verfolge Google My Business auch sehr stark. Wir wollen insgesamt, also die Überschrift ist ja so ein bisschen unser Arbeitstitel „Neue Features für coolere Rankings und mehr Umsätze“. Ich habe mal so ein paar Sachen, Themen herausgesucht, wo wir jetzt mal darüber sprechen können. Das erste Thema ist wahrscheinlich relativ schnell abzuhandeln, nämlich diese ganzen COVID-19 Funktionen. Spannend oder nicht spannend?

Sven Deutschländer: Es gibt ein paar Dinge, die ich durchaus spannend finde, weil sie auch die Zeit überdauern werden. Also die werden auch diese Krisensituation überleben und nicht nur in diesem Moment des Jahres 2020, 2021 interessant sein. Das ist nämlich für alle, die jetzt suchen nach diesen COVID-19 Funktionen, die im Moment noch so heißen und später vielleicht anders, ist im Startbereich zu finden, sowohl auf der App als auch in der Desktop-Version. Und da gibt es sowas wie zum Beispiel die Service-Verfügbarkeiten. Ist Ihr Unternehmen im Moment geöffnet? Ja. Kann man vor Ort Leistungen in Anspruch nehmen? Ja oder nein. Bietet ihr auch Online-Termine an? Ja oder nein. Und dann bekommt man, wenn man auch sagt, ja, du kannst doch erstmal online einen Termin bei uns ausmachen, die Möglichkeit einen Link zu hinterlegen, um zu so einem Online-Termin-Kalender zu kommen, wenn man den schon haben sollte. Und das ist sicherlich eine Funktion, diese Service-Verfügbarkeit, die dauerhaft bleiben wird. Da bin ich mir ziemlich sicher. Dieses Update zu COVID-19, also dass ich so einen besonderen Beitrag, der immer über allen anderen Postings des Google My Business Profils steht, das wird wieder verschwinden. Das wird dann noch so ein bisschen alerted mit so einem Dreieck, in dem ein Ausrufezeichen ist. Das fliegt dann bestimmt auch irgendwann wieder raus. Was aber auch bleiben wird sicherlich, ist dieses Thema Unterstützung von Kunden zu erhalten. Das ist einmal die Möglichkeit, dass man um Spenden für das eigene Projekt, die eigene Unternehmung bitten kann, und das andere ist, dass man Geschenkkarten verhökern kann direkt über den Google My Business Account, jeweils über Partner, die die da haben. Der gängigste und weltweit bekannteste Partner ist dann da immer PayPal, der da eingebunden ist. Genau.

Markus Hövener: Ein anderes Thema habe ich mir noch aufgeschrieben: die Labels. Da gibt’s ja so Sachen wie „von Frauen geführt“. Es gibt nicht aber „von Männern geführt“?

Sven Deutschländer: Ja genau. Dieses Label ist das weitverbreitetste Label überhaupt. Wenn gar niemand irgendein Label hat, dann hat er aber diese Geschichte mit „von Frauen geführt“ da drin. Lustigerweise heißen die Dinger, wir nennen die alle Label, weil das mal der ursprüngliche Name ist, wenn man jetzt im Backend nachguckt, dann ist das eigentlich der Punkt „Highlights“, der dann, wenn man auf Highlights geklickt hat, aber als Überschrift den Begriff „Attribute“ trägt. Da merkt man wieder, die User Experience ist bei Google noch nie so sonderlich toll gewesen, und das bestätigt sich hier auch wieder. Also Attribute, Labels, Highlights, das ist immer alles das gleiche. Und in der Zwischenzeit gibt es mehr Standard Highlights, denn sie haben auch hier wieder durch die Erfahrung von COVID-19 so einen Bereich eingeführt, „Sicherheit und Gesundheit“, den hat jetzt auch jeder. Ist ein Termin erforderlich? Wenn das zum Beispiel irgendeine öffentliche Einrichtung ist: Wird Temperatur gemessen beim Betreten? Ist eine Schutzmaske erforderlich, wenn ich in die Räumlichkeiten gehe? Tragen die Mitarbeiter Schutzmasken? Dann gibt es auch dieses Service-Optionen, die schon mal vorne abgefragt wurden auf der Startseite, die wiederholen sich hier nochmal, das mit den Online-Terminen und ob es auch Service vor Ort gibt. Und dann hat es noch kategoriespezifische Attribute. Also zum Beispiel bei Restaurants, da ist das immer am gängigsten, also: Kann man hier auch vegane Speisen haben? Muss man hier reservieren? Gibt es eine Unisex-Toilette? Ist die Toilette auch behindertenfreundlich? Und so weiter und so fort. Und alle diese Attribute werden dem Inhaber des Geschäfts erst mal nur angeboten. Angeboten heißt, wenn man da reinguckt, da steht vor dem Attribut ein „+“, und dann soll man sich entscheiden, wenn man einmal auf das „+“ drückt, ändert sich das Plus in einen Haken. Und das heißt, ja, das trifft auf mich zu und soll künftig in meinem Google My Business Profil in Maps angezeigt werden. Wenn ich dann nochmal draufdrücke, wird aus dem Haken so ein Stopp-Symbol, so ein durchgestrichener Kreis. Und das heißt, das Attribut trifft nicht auf mich zu, verwende, liebes Google, das bitte nicht in meinem Profil. Und so kann ich praktisch die ganzen Attribute, die mir dort vorgeschlagen werden, von oben nach unten durchgehen und noch diesen Bereich für mich nutzen. Und vorne rum, der User sieht das dann halt tatsächlich als einen kleinen zusätzlichen Marker, der vorne oft mit so einem grünen Haken noch unterstützt wird.

Markus Hövener: Es gibt aber nur vorgefertigte Labels, also ich kann mir jetzt nicht einfach selber einen Kartoffelstempel machen und sagen, ich bin jetzt „von Männern geführt“?

Sven Deutschländer: Nein, leider nicht. Ja genau. Nein, ist nicht vorgesehen.

Markus Hövener: Ja, schade.

Sven Deutschländer: Ach so, übrigens, der ein oder andere will immer wissen, wo kommen die Dinger eigentlich her? Also manche werden vom System erstellt, manche, glaube ich, sind so ein bisschen KI-gesteuert, die lesen das aus vielen Profilen, Beschreibungen raus, und dann schlagen die das einfach Nutzern vor. Das ist das, wenn du in einem Laden vorbeiläufst als Google Maps Nutzer und dann geht diese Push-Nachricht auf „Warst du gerade in dem Geschäft? Wir hätten mal fünf Fragen an dich.“.

Markus Hövener: Ja genau.

Sven Deutschländer: Da werden diese Fragen erst den Nutzern gestellt und wenn eine gewisse Anzahl von Nutzern, keine Ahnung, wie viele, auf eine solche Frage positiv reagieren, dann erscheint das Label im Backend für den Geschäftsinhaber und er kann dann final entscheiden, ob es dargestellt werden soll oder nicht.

Markus Hövener: Ich habe noch eine lange Liste hier, die Chat-Funktion.

Sven Deutschländer: Ja, die Chat-Funktion. Ich zum Beispiel gucke so ewig nicht auf mein Handy, dass ich lange überlegt habe, ob ich diese Chat-Funktion nutzen soll, weil man natürlich, wenn man das aktiviert, das kann man auch nur über die Smartphone App aktivieren, das ist im Desktop-Bereich nicht vorgesehen, dann sollte man schon fix reagieren. Wenn da einer was hinschreibt, dann sollte innerhalb von ein, zwei Minuten schon eine Antwort kommen. In der Gastronomie zum Beispiel wird das offensichtlich sehr intensiv genutzt, weil die haben das Ding immer bei sich, das bimmelt dann oder vibriert dann, die sehen dann, dass da einer fragt „Ist bei euch grad ein Tisch frei?“, und schwuppdiwupp wird geantwortet. Wer schnell antwortet, bekommt das auch als einen kleinen Texthinweis nach vorne in seinen Google Maps Eintrag, damit der Nutzer weiß, reagiert in der Regel innerhalb von zwei Minuten. Und dann habe ich tatsächlich eine sehr, sehr direkte Möglichkeit, mit potenziellen Kunden, die faktisch meisthin auch schon fast auf dem Weg zu mir in mein Ladengeschäft sind, noch eine Vorkommunikation durchzuziehen, ähnlich dem Gedanken von WhatsApp Business oder von Facebook Messenger.

Markus Hövener: In eine ganz ähnliche Richtung geht wahrscheinlich Q & A?

Sven Deutschländer: Ja. Und Q & A ist aber eigentlich nie für den Geschäftsinhaber gedacht gewesen, sondern soll eigentlich so eine Art „User Generated Content“-Element in Google Maps sein. Also wenn jemand als Nutzer irgendwie, der ist Tourist und hier bei uns in Berlin, und er weiß nicht, wie voll es da beim Fernsehturm ist, „Ist da viel los? Muss ich da Online Karten reservieren?“, dann kann der Nutzer diese Frage stellen und andere Nutzer sollen ihm antworten. Google schickt dann Push-Meldungen an Nutzer raus, die diese Location schon bewertet haben, und fragt dann diese Nutzer „Du, da hat einer eine Frage gestellt. Kannst du dem helfen und die Frage beantworten?“. Das ist die Grundidee. Und jetzt natürlich die Marketing-Idee, wie man das verwenden kann, wenn wir wir sind. Ich stelle einfach als Google Maps Nutzer mir eine Frage und beantwortet sie dann mit dem anderen Account. Ganz einfach. Ich kann also diese Q & As schon auch nicht nur für den vielen Unsinn, der da manchmal auch gefragt wird, für den Nutzer verwenden, deren Fragen kann ich natürlich auch beantworten als Google Maps, nur im Backend geht das nicht, für Google My Business Inhaber ist gar keine Teilnahme an den Q & As vorgesehen, aber ich bin ja auch immer ein Google Maps Nutzer und als der kann ich natürlich diese Antwort eines Nutzers, eines mir fremden Nutzers, durchaus geben und ich kann aber auch selbst natürlich Fragen stellen und Antworten auf diese Fragen geben. Und dann ist unter jeder Frage so ein Daumen, also man kann praktisch sagen, das ist eine wichtige Frage, die soll hochgevotet werden. Und dann lässt man durch sich selbst, durch Freunde und Bekannte die eigenen wichtigen FAQs schön hochvoten, dass die mal als allererstes da oben im sichtbaren Bereich zu finden sind und der Rest, den ganzen Krempel, den die verrückten Leute so manchmal so fragen, der rutscht dann halt nach unten in den nicht sofort sichtbaren Bereich.

Markus Hövener: Ich hab’s nur echt schon relativ oft jetzt gesehen, dass gerade bei so Museen und so, dass Leute Fragen stellen und dass die Community diese Fragen falsch beantwortet. Und deswegen finde ich es immer sehr wichtig, wenn man da selber als Inhaber auch noch einen Blick drauf hat.

Sven Deutschländer: Korrekt. Aber die Leute suchen verzweifelt im Backend halt die Stelle, an der sie da antworten können und die Antwort ist, nee, vorne rum, also in der Maps App musst du als Nutzer antworten. Und ich sage den Leuten immer, du kannst schon zu Protokoll geben, dass du da jetzt Chef von dem Laden bist, also diese Beteiligung, da weiß wenigstens derjenige, der es dann liest, ganz sicher, dem seine Auskunft muss stimmen, egal was der da drüber gerade für einen Unsinn geschrieben hat.

Markus Hövener: Wechseln wir zu den Google Posts. Wie findest du die denn? Oder sag mal kurz, was es ist.

Sven Deutschländer: Beiträge oder Google My Business Posts ist der Versuch, so eine Art kleinen Facebook Newsfeed auch in Google Unternehmensprofilen möglich zu machen. Und ich bin ein Fan davon, weil man wahnsinnig viele Dinge, die sonst nirgendwo in diesem Google My Business Profil Platz haben, so inhaltlich, die kann man dort unterbringen. Man kann einfach nur schlichte Neuigkeiten dort veröffentlichen, die, wenn die auch mit einer ganz bestimmten Dienstleistung oder einem Produkt einhergehen, dann eben auch die Möglichkeit ergeben, dass man halt eben Produkte, Dienstleistungen erwähnt und beschreibt, dass man da ein Bild dazu hochlädt, nicht nur ein Bild, sondern gegebenenfalls auch ein Video hochladen kann, denn die Beiträge können mit einem Bild als auch mit einem Video begleitet werden. Darüber hinaus lassen sich als besondere Beiträge Events hochladen, also für uns, die wir regelmäßig zum Beispiel Seminare und Workshops mit festen Terminen verhökern, wir können all diese Workshops mit einem Link auch zur Webseite, wo dann der Workshop direkt gekauft werden kann, als einen solchen Post dort veröffentlichen. Es lassen sich zeitlich befristete Angebote für Einzelhändler, also im Shopping-Bereich, da hinterlegen. Und eben diese ganzen Sonder-Geschichten, die jetzt gerade rund um die Coronakrise unterwegs sind. Also dieses Update und diese Unterstützungen mit Geschenkkarten und Spenden. Und das kann man auch wieder sehr, sehr strategisch durchziehen, dass man eben dort Dinge veröffentlicht, gezielt veröffentlicht, als eine News aufbereitet, die sonst halt nirgendwo hier eingebunden werden könnten. Und dann habe ich die Chance, dass ich auch wirklich darauf ranke. Weil Google im Prinzip alles, was irgendwo in diesem My Business Eintrag hinterlegt ist, auf irgendeine Art und Weise rankbar macht.

Markus Hövener: Aber das Problem bei den Google Posts ist ja, dass sie nicht ewig bestehen.

Sven Deutschländer: Ja. Sie bestehen übrigens ewig, nur sie werden nicht ewig nach vorne gehighlightet. Also wenn wir uns jetzt die Desktop-Oberfläche vorstellen, da ist ja immer auf der rechten Seite dann der Google-Eintrag, und wenn ich News veröffentliche, dann erscheint in diesem Google-Eintrag wie von Zauberhand so eine Art News-Karussell. Das sind so kleine Kacheln, wo jede Neuigkeit eine eigene Kachel hat. Und die platte Neuigkeit, also die schlichte News, ist in diesem Kachel-Karussell nur sieben Tage zu finden. Ein Event und ein Angebot ist in diesem Karussell solange zu finden, bis das Event stattgefunden oder das Angebot sein Ablaufdatum erreicht hat. Wenn man dann aber irgendwo in diesem Karussell, außer auf den Call to Action, draufklickt, dann öffnet sich dieses Karussell nochmal separat in so einer Art Newsfeed, der über den Bildschirm drübergelegt wird. Und wenn man dann da durchscrollt, da sind aber alle Nachrichten drin, auch die, die in diesem Karussell nach sieben Tagen nicht mehr sichtbar sind. Also im System sind die Dinger dauerhaft, nur in diesem Karussell, für das gilt ein Ablaufdatum. Und halt beim ganz normalen Standard-Post sind es sieben Tage, bei allen anderen Posting-Arten ist es dann immer das Ablaufdatum des Events oder des Angebots.

Markus Hövener: Jetzt gab es auch in den letzten Monaten so ein paar Social-Änderungen, das heißt, ich kann jetzt zum Beispiel, das betrifft jetzt eher Google Maps und nicht mehr so sehr Google My Business, ich kann einem Unternehmen folgen, also dem Google Maps Eintrag, ich kann auch einem Local Guide folgen. Findest du das irgendwie spannend?

Sven Deutschländer: Das ist weiterhin der Versuch, doch noch ein soziales Medium zu haben. Also da rede ich mir den Mund fusselig seit langen Zeiten, dass man das gar nicht mehr so als eine Navigations-App verstehen soll, sondern das ist, und das merkt man auch an solchen Funktionalitäten ganz deutlich, deren Versuch, von hinten durchs Genick ins Auge doch noch eine App auf den Handys der Menschen zu haben, die eher dem entsprechen, was Facebook oder Pinterest oder Instagram oder TikTok ist. Nur dass es hier halt um deine direkte lokale Umgebung geht oder um deinen Urlaub, in den du fährst. Und da gehört dann irgendwie natürlich auch das Folgen mir wichtiger Player in dieser App dazu. Und da ist seit langer Zeit, jetzt schon seit gut einem Jahr, die Möglichkeit da, dass man Unternehmen folgt, obwohl ich jetzt gesehen habe, dass das nicht mehr bei jedem Unternehmen möglich zu sein scheint. Ich habe jetzt Unternehmen gesehen, wo auf dem Handy der Follow-Button wieder weg ist. Und da habe ich noch nicht genau verstanden, warum das jetzt so ist. Also da habe ich grade so ein Fragezeichen dran. Aber ganz frisch bekanntgegeben haben sie, dass diese ganzen Local Guides, also diese Menschen, die sich aktiv als Google Maps Nutzer im System beteiligen, weil sie dort Fotos hochladen, weil sie Videos hochladen, weil sie Bewertungen schreiben, weil sie Rezensionen abgeben, weil sie neue Geschäfte, die da noch nicht angelegt sind, selber dort proaktiv anlegen, und dafür Punkte kriegen und da incentiviert werden, dass man diesen Influencern in Google Maps halt folgen kann, um zu sehen, was denn der andere da so an neuen Orten entdeckt hat und wie der diese Orte bewertet und was der da für Bilder hochgeladen hat. Ich folge zwei, drei Menschen, ich folge meinen Lieblingsorten, das tue ich schon, ich bin einer dieser Local Guides, ich sehe aber bei sehr vielen so ganz normalen Menschen, also ich nehme immer als Beispiel so Leute wie meine Schwester oder meine Mutter, für die das einfach nur eine App unter vielen ist, die wissen von diesem Programm dann auch gar nichts, die ganz normal sterblichen Leute. Da gibt es immer noch wahnsinnig viel, glaube ich, da muss Google noch viel mehr mit den normalen Menschen kommunizieren und nicht nur mit diesen totalen Digital Nerds wie dir und mir zum Beispiel, damit das viel breiter noch Anwendung findet.

Markus Hövener: Ich hätte noch zwei Punkte auf der Liste, und der erste wäre: Produkte und Leistungen, die ich auch in Google My Business eintragen kann.

Sven Deutschländer: Genau. Leistungen hat jetzt fast, also beides hängt davon ab, also ob man diese Navigationspunkte in seinem Backend in Google My Business hat, hängt davon ab, welche Kategorie ich ausgewählt habe. Das ist eine wichtige Information. Festgestellt habe ich, dass „Leistungen“ als Navigationspunkt jetzt sehr breit ausgerollt wurde. Mir ist in letzter Zeit, außer der Hotellerie, die im Prinzip nichts in Google My Business darf, außer Ads zu schalten, was eine ganz fiese Nummer ist, ist „Leistungen“ glaube ich jetzt fast jeder Kategorie zu sortiert. Ich habe jetzt lange schon keinen Eintrag mehr gesehen außer Hotellerie, der diesen Punkt nicht hat. Produkte, da habe ich so das Gefühl, ist grad so Hälfte, Hälfte. Also ich habe zum Beispiel Produkte immer noch nicht freigeschaltet bekommen in meinem Profil, obwohl ich ja durchaus Produkte verkaufe. Aber ich habe jetzt grad bei einem Anwalt eine Beratung gehabt, der hat Produkte, obwohl ein Anwalt ja wirklich sehr, sehr fern ist von „Produkte“. Also keine Ahnung, warum das so ist. Das ist das eine, nicht dass die Leute enttäuscht sind, wenn sie das hören und dann das wie verzweifelt suchen. Also wenn das da einfach nicht da ist, dann muss man Geduld haben höchstwahrscheinlich. Ich denke, das wird über kurz oder lang aber sehr breit ausgerollt fast jedem zur Verfügung stehen. Und dann, wenn ich das habe, dann gehe ich in diesen Menüpunkt Desktop linke Seite rein und dort finde ich jetzt übereinandergeschrieben alle meine von mir ausgewählten Kategorien und kann jeder dieser Kategorien jetzt Dienstleistungen hinzufügen. Wenn ich da draufklicke, „Dienstleistungen hinzufügen“, dann macht mir Google Vorschläge, die kann ich verwenden, die kann ich aber auch ignorieren. Und kann, wenn ich die ignorieren will, einfach dort „eine eigene Dienstleistung hinzufügen“ anklicken, dann habe ich einen Freitext, wo ich die Dienstleistungen benamen kann, zum Beispiel „SEO Agentur Berlin“. Dann speichere ich die Dienstleistung ab und wenn die abgespeichert ist, dann habe ich sogar eine Möglichkeit, das noch zu konkretisieren, indem ich dann lustigerweise noch einmal auf sie klicken muss, ich kann das nicht in einem Arbeitsschritt machen, UX via Google lässt wieder grüßen, und dann erscheint wie von Zauberhand ein Feld, in dem ich eine bis zu 300 Zeichen lange Beschreibung zu dieser Dienstleistung hinzufügen kann und auch einen Preis, wenn ich das möchte, sofern es da einen festen Preis gibt und ich den kommunizieren mag. Dann speichere ich das wieder ab. Und das mache ich jetzt einfach für jede Kategorie, der ordne ich dann einfach entsprechende Leistungen zu. Und mit Produkten ist das dann ganz ähnlich. Bin ich halt ein Einzelhändler oder bin ich, was weiß ich, auch ein Physiotherapeut im Zweifelsfall und habe klar umrissene Produkte, dann kann ich den Produktbereich benutzen, dort ein neues Produkt hinzufügen, kann ein Produktbild, einen Produktnamen, eine Produktbeschreibung, ich kann einen Produktpreis, wenn ich das möchte, ich kann sogar dann dort, was bei Dienstleistungen nicht geht, einen Link zum Produkt auf meiner Webseite hinzufügen und das abspeichern. Produkte ist viel geiler als Leistungen, weil Produkte werden dann, sobald sie angelegt wurden, genauso wie die Google My Business Postings als ein zusätzliches Karussell vorne auf der Erstansicht des Google Maps Profils angezeigt. Die Leistungen werden „nur“, in Anführungszeichen, in einem Karteireiter auf der Smartphone-Version von Google Maps angezeigt. Hier gilt wieder Keywords, Keywords, Keywords, Keywords. Also richtig schön so schreiben wie ich einen Text verfassen würde, wenn ich auf die Dienstleistung, die bename ich so wie die Suchanfrage zur Dienstleistung und dann eine 300 Zeichen Kurzbeschreibung, die kurz wie eine Meta Description, nur in etwas verlängerter Form, auf den Punkt bringt, worum es da geht.

Markus Hövener: Dann hätte ich noch den letzten Punkt, über den wir am Anfang schon ein bisschen gelacht haben. Hintergrund ist natürlich, Google ist ein amerikanisches Unternehmen, ist ein börsennotiertes Unternehmen, man muss Geld verdienen und es gibt eine Bezahlauktion, nämlich für Google Guaranteed, ist in Deutschland nicht verfügbar, deswegen wenn ihr das jetzt hört.

Sven Deutschländer: Nein, und das ist grad ganz, ganz, ganz, ganz frisch. Es ist jetzt verfügbar.

Markus Hövener: Krass.

Sven Deutschländer: Seit drei oder vier Tagen. Ich habe darüber getwittert und muss jetzt trotzdem leider den Tweet aufrufen. Ich bitte um Entschuldigung, weil ich es nicht mehr ganz zusammenkriege, wie es exakt heißt. Jetzt habe ich was gemacht, Moment mal kurz. Ja, da muss ich hin und dir das rauspicken, damit ich da nichts Falsches sage. „Mein Profil“ aufrufen. Und zwar hat es jetzt einen deutschen Namen, es heißt offiziell Google Lokale Dienstleistungen.

Markus Hövener: Krass.

Sven Deutschländer: Genau. Und der grüne Haken ist auch ins Deutsche übersetzt worden. Da, wo im Englischen es heißt Google Guaranteed, wird wohl bei uns in Deutschland Google Käuferschutz stehen. Denn tatsächlich ist das ja so, das ist die Grundidee, du kaufst dich da in ein Programm ein, wo Google prüft, ob du echt bist. Also ein bisschen sowas wie eine „Ehrbarer Kaufmann“-Prüfung. Und dann garantiert Google praktisch, dass wenn du da was bezahlst bei diesem Dienstleister als Nutzer und du nicht zufrieden bist, dann kriegst du das Geld von Google zurück. So soll das gewissermaßen laufen. Ich habe das Google Guaranteed anfangs gar nicht so richtig verstanden, und jetzt, als die deutsche Beschreibung. Es gibt auch schon einen deutschen Hilfetext dazu zu diesem Google Lokale Dienstleistungen. Und dann muss ich 50 Dollar oder höchstwahrscheinlich bei uns dann 50 Euro pro Monat dafür zahlen muss, wenn ich diesen Bewerbungsprozess durchlaufen bin und dafür freigeschaltet wurde, damit mir dann dieser grüne Haken in „Mein Profil“ dargestellt wird. Und es ist im Moment nur für eine, was weiß ich, anderthalb Handvoll Branchen freigeschaltet in Deutschland. Für Elektriker zum Beispiel und für Dachdecker und Klempner, für Heizung, Lüftung, Sanitär, also die üblichen Verdächtigen. So Wasserschaden, Fensterreinigung, Garagentore lustigerweise auch, Geräte-Reparaturdienst, hier die Waschmaschinen-Fuzzis und solche Sachen halt. Die Liste ist auch auf dieser Seite abgebildet, die da Google im Support-Bereich jetzt onlinegestellt hat zu diesem Dienst. Und der Clou ist, und das ist halt das Fiese, wenn sich da jetzt Leute gefunden haben, die an dem Programm teilnehmen und dafür freigeschaltet wurden, dann werden die über den normalen Google My Business, also Google Maps Ergebnissen dargestellt. Da gibt es einen extra Bereich. Also bisher habe ich nur aus dem amerikanischen Raum Screenshots gesehen. Da steht dann halt sowas wie Elektriker in deiner Nähe oben drüber und ganz klein nebendran „Sponsored“. Und dann hast du erst mal diese Google Guaranteed, diese Google Lokale Dienstleister Auslieferung in der Google-Suchergebnisseite, die steht ganz oben. Dann kommen die Ads. Dann kommt der ganz normale lokale Bereich Google My Business und dann kommt der erste organische Treffer. Da brauchst du irgendwann überhaupt gar keine SEO mehr machen. Da bist du dann, was weiß ich, der wievielte bist du dann, wenn du das durchzählst? 1, 2, 3 in Google Guaranteed, dann bis zu 4 Ads, sind schon mal 7, dann der Kartenausschnitt 8, dann noch 3 Texteinträge Google Maps, 9, 10, 11. Dann ist also der erste organische Platz 12 in der Liste.

Markus Hövener: Aber das heißt ja eigentlich, also erstmal Gesamtkosten sind dann irgendwie 600 Dollar oder Euro.

Sven Deutschländer: Ja.

Markus Hövener: Aber wenn jetzt in einer Branche 100 Leute das machen, dann hast du ja wieder nichts davon, oder?

Sven Deutschländer: Ich habe keine Ahnung, wie das geregelt wird. Also so wie sie das ja in anderen Systemen einführen, gibt es dann irgendwie ein Quality Score? Das sind Fragen über Fragen. Also wir werden da, also keine Ahnung. Aber das wird sich dann demnächst auch schon finden. Also wenn sich das so richtig Hardcore durchsetzt, haben sie da eine unfassbare Einnahmequelle, meiner Meinung nach, gefunden. Weil bisher sind sie an die ganzen Lokalen nicht rangekommen.

Markus Hövener: Na, das ist falsch, es gab AdWords Express.

Sven Deutschländer: Ja gut, aber ehrlich, du weißt, wir kennen natürlich lauter Leute, die das gemacht haben, weil die irgendwann merken, dass das zu nichts führt und dann zu uns kommen und sagen, kann ich das irgendwie besser haben. Aber ich glaube, diese Menschen sind, gemessen gegen die Gesamtmenge der lokalen Dienstleister sind es halt verschwindend wenig Leute, die jemals Google Ads geschaltet haben. Und da, dieses Ad Produkt, das will sicherlich irgendwann jeder haben. Ich glaube, das ist eine reelle Chance für die, einen Kundenstamm zu erreichen, der bisher verhältnismäßig schwer für sie erreichbar war.

Markus Hövener: Und dann kannst du jemandem Gold, Silber, Bronze anbieten und hast dann noch was dran und hier kriegst du noch ein Poster mit geschenkt.

Sven Deutschländer: Und dann ist es immer, also auch bei mir, leichtfertig dahingesetzt und gesagt, und das alles ist kostenlos nutzbar. Damit ist es dann dahin.

Markus Hövener: Immerhin, ja, es ist kostenlos nutzbar, es bringt dir halt nichts.

Sven Deutschländer: Ja, oder es bringt dir …, ja stimmt, okay.

Markus Hövener: Oder halt in speziellen Branchen. Also wenn es jetzt so ist, dass Google Guaranteed dann, ich sag mal, wirklich nur für Fliesenleger und Rohrverleger ist, aber für Zahnärzte nicht, dann wäre es ja egal. Aber ich meine, Google wäre ja einfach nur komplett dämlich, wenn sie das nicht heben würden, diesen Schatz, den sie da wirklich haben.

Sven Deutschländer: Auf der einen Seite stimme ich dir zu, aber auf der anderen Seite, wir haben schon das ein oder andere Mal erlebt, dass sie auch dämlich sein können.

Markus Hövener: Ja, dass sie vielleicht wenig Glück hatten bei der Umsetzung ihrer Strategien, da stimmt. Ja.

Sven Deutschländer: Also von daher ist es nicht ausgeschlossen, dass es wirklich nur … Also ich weiß zum Beispiel, warum sowas wie Gerätereparaturdienste dabei sind. Du weißt es höchstwahrscheinlich auch. Es gibt einfach so viele Verbrecher in diesem Eck.

Markus Hövener: Ja klar.

Sven Deutschländer: Und die versuchen praktisch, glaube ich, da ein bisschen dagegen zu steuern, weil einfach durch Content-Moderation kriegen die das nicht komplett in den Griff in Google My Business. Du siehst einfach diese ganzen Fake-Einträge. Und die versuchen da natürlich ihr bestes, aber es ist wahnsinnig schwer. Und in diesen Branchen kannst du einfach, wenn du die Echten, die bereit sind zu zahlen und die dann noch mal separat geprüft werden, wenn du die einfach drüber schiebst in so einem Karussell, dann hast du die Faker, die du vielleicht nicht in den Griff kriegst, ein Stück weiter in der Liste runtergedrückt. Vielleicht ist das auch einfach nur das Anliegen und es geht tatsächlich nicht um Ärzte oder so. Aber wir beide wissen es eigentlich besser, es geht nur um die Kohle.

Markus Hövener: Ja. Am Ende des Tages wird es wohl so ein. Wobei, aus diesem Geld kann man ja auch einen Vorteil ziehen für sich, deswegen ist es eher ein Investment vielleicht.

Sven Deutschländer: Und ehrlich, 600 Glocken ist in den meisten dieser Bereiche, in denen das im Moment ausgespielt wird, im Jahr Peanuts.

Markus Hövener: Ja klar. Wenn du nur einen Kunden kriegst da drüber, ein Mehr hast du schon raus.

Sven Deutschländer: Genau.

Markus Hövener: Deswegen ist es fast geschenkt und deswegen glaube ich auch, dass sie bei dem Preislevel natürlich nicht bleiben werden. Das ist vielleicht so wie manche Preisvergleiche, pro Kategorie hast du halt andere Preise vielleicht einfach. Aber das werden wir dann sehen. Ich glaube, das wird noch Jahre dauern.

Sven Deutschländer: Genau.

Markus Hövener: Weil so wahnsinnig agil, also ich habe schon den Eindruck, dass Google My Business, dass da viel passiert, dass sie viel Kleinscheiß und so machen, aber so der große strategische Wurf, den kann ich jetzt irgendwie nicht so richtig erkennen.

Sven Deutschländer: Dieses Jahr 2020, in dem wir das hier grad aufnehmen, hat da wahnsinnig viel beschleunigt. Sie haben verstanden, dass die Innovationszyklen, die bis 2019 in diesem Bereich herrschten, dass die nicht mehr funktionieren. Ich glaube auch nicht, dass sie zu einem langsameren Zyklus zurückkehren werden. Es gibt eigentlich in diesem Lokalbereich so wahnsinnig viele Dinge, die man noch machen könnte, und wo auch bei denen noch eine Menge Geld zu machen wäre, wirklich sinnstiftende Dienstleistungen darin zu verbauen. Eine Wunschfunktion, wenn ich mir was wünschen dürfte, zum Beispiel bei sowas wie Google Guaranteed, eine Dienstleistung obendrauf, dass es mir zweimal im Monat gestattet wird, gegen Entgelt von mir aus auch, über Google My Business eine Push-Meldung an meine Follower zu schicken. Sowas wäre total sinnstiftend, richtig geiles Marketing, direkt auf das Smartphone der Leute, die regelmäßig in meinem Café, in meinem Restaurant, in meinem Friseursalon hocken. Es gäbe eine ganze Menge Sachen, die man damit anstellen könnte. Und ich glaube, die hirnen da grad ganz ordentlich, weil sie wissen, dass es da eine ganz große Palette an Unternehmen gibt, die bisher eigentlich alles Google-Zeugs nur für umme genutzt haben und die dann, wenn man das auch leicht zugänglich macht, plötzlich Geld in das System schütten würden, was bisher einfach nicht da war. Und wenn du jedes Jahr ein Double Digit Growth organisieren sollst, weil du an der Börse bist, aber dein Marktanteil in Deutschland schon 92 % ist, dann kriegst du halt durch Marktanteilsgewinnung das Double Digit Growth einfach nicht mehr hin. Da musst du die, die du hast, halt ein bisschen mehr ausquetschen.

Markus Hövener: Klar. Fast ein gutes Schlusswort, aber möchtest du insgesamt noch ein Schlusswort sprechen, also irgendwie so noch mal zusammenfassend, was deiner Meinung nach wirklich wichtig ist, wo ist ein starker Hebel?

Sven Deutschländer: Aus meiner Sicht, also in der Funktionalität besteht der starke Hebel einfach darin, dieses Tool zu nutzen. Also diese App sich runterzuladen, wenn ich so ein Kleiner bin und eigentlich alles selber machen muss und einfach den Push-Meldungen dieser App zu folgen, und die auch regelmäßig daran erinnert, dass darin etwas zu tun ist. Ist einfach so wie viele auch schon ihre Facebook Fanpage, das machen viele kleine Unternehmen schon. Facebook ist es viel besser gelungen, die Kleinen zu animieren, auf der Fanpage was zu machen, als dass es Google im Moment gelingt diesen My Business Eintrag zu benutzen. Also da wirklich das aktiv zu nutzen und genauso im Prinzip damit zu arbeiten, wie sie es eben schon mit ihrer Fanpage tun, das würde schon mal wahnsinnig viel helfen, meiner Meinung nach. Also wenn sie sich so an die ganz Kleinen mal richten und wenn wir uns an die Größeren richten, nicht verzweifeln, dass man da so viel manuell machen muss. Ich glaube, das ist auch ein Ding, wo die kurz oder lang dran arbeiten werden, dass man einfach viel mehr automatisiert in diesem System machen kann, weil die genau wissen, dass es eine Seuche ist, wenn du mit 123 oder 586 Filialen Google My Business Postings immer noch von Hand eintragen sollst. Und dir dann von jemandem, der eben in so einem Filialgeschäft unterwegs ist und den fragst, wie automatisiert du eigentlich die Google My Business Postings, du kannst doch das unmöglich von Hand machen, die Antwort ist: Die Automatisierung ist das Einstellen von Horden von Studenten.

Markus Hövener: Ja klar.

Sven Deutschländer: Also in die Richtung wird sicherlich auch das ein oder andere noch passieren. Und für Google ganz generell und wir als Nutzer von Google ist der Hebel der, dass je intensiver es Google gelingt, diese App zu einer vollwertigen Anlaufstelle für den Alltag von Menschen zu machen, ich glaube, darauf läuft es auf lange Sicht hinaus, egal wo mein Alltag gerade ist, daheim und um mein Daheim drumherum oder meinen Arbeitsplatz, also meinen Alltag zu regeln oder im Urlaub alles zu organisieren und zu regeln, was Museum und Unterkunft und Essen und so angeht, je mehr ihnen das gelingt, desto wichtiger wird für uns alle dieses Ding, egal ob wir ein großer Laden sind, der halt eben Filialen vor Ort hat, oder ob wir ein kleiner sind und einfach nur unseren Kiez erreichen wollen.

Markus Hövener: Vielen Dank! Lass uns das Buch für heute schließen.

Sven Deutschländer: So machen wir das.

Markus Hövener: Vielen Dank, dass du so viel Insiderwissen auch geteilt hast.

Sven Deutschländer: Sehr gerne.

Markus Hövener: Offensichtlich bleibt das Thema noch spannend. Also gerade so dieses ganze Geldthema wird mit Sicherheit noch in den nächsten Jahren, oder ich hoffe es fast, weil das ist einfach für Google natürlich ein ungenutztes Potenzial, aber für die Unternehmen da draußen gibt’s natürlich auch noch viele Möglichkeiten sich mit ihren lokalen Kunden zu verbinden. Es ist eigentlich schade, dass es noch da viele Wege gibt, die den Unternehmen auch noch nicht angeboten werden.

Sven Deutschländer: Genau.

Markus Hövener: Also vielen Dank für deine Zeit.

Sven Deutschländer: Hat mich sehr gefreut.

Markus Hövener: Vielen Dank euch da draußen fürs Zuhören und schaltet nächstes Mal wieder ein. Wisst ihr ja, bleibt gesund, macht keinen Scheiß und bis bald. Ciao!

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

Ein Kommentar zu “Neue Features in Google My Business: Bessere Rankings, mehr Umsatz!? [Search Camp Episode 149]”

  1. Alexander Pohl

    Hallo, Danke für den Content.
    Anbei meine Bemerkungen:
    Thema Chat: In der Dienstleistung bei kleinen Unternehmen ist eine Reaktion innerhalb weniger Minuten nicht immer möglich. Die Unternehmer sind durchweg 6-8 Stunden im operativen Bereich aktiv.
    Thema Benennung: Wir haben absolut unterschiedliche Firmenbezeichnungen in der Darstellung bei Google, obwohl wir im GMB eine klare Formulierung drin haben. Bezug zum Impressum verstehe ich, denn niemand such nach der Name&Name Gbr!
    Thema Produkte: Habe gleich einige Produkte (Gutscheine) mit Keywords, Keywords und Keywords angelegt.
    Page: Ist eine “g.page/Unternehmen” direkt im GMB sinnvoll? Vorteile und Nachteile?
    Unser Haken ist blau!
    Thema Bezahlen:
    60-80% der lokalen Dienstleister (vor allem Handwerk) ist ausgebucht. Alle die länger als 8-10 Jahre lokal am Markt sind, haben Ihre Stammkunden und leben gut davon.

    Danke nochmal an Sven…

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