SEO + Überschriften H1, H2 & Co: Meine sieben Tipps für den perfekten Content [Alles auf Start 76]

12. Januar 2023 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

Was in Word wichtig ist, ist auch für SEO relevant: das semantische Auszeichnen von Überschriften. Auch wenn H1, H2, H3 & Co. oft eine zu hohe Bedeutung in Sachen SEO beigemessen wird: Ganz unwichtig sind sie nicht für Suchmaschinen und Nutzer. Meine sieben Tipps, wie Du Headings sinnvoll einsetzen solltest.

 

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SEO + Überschriften H1, H2 & Co: Meine sieben Tipps für den perfekten Content

Heute soll es ja SEO und Überschriften gehen. Und für alle, die nicht so exakt im Thema sind, die möchte ich jetzt erst mal ein bisschen abholen und eine Analogie ziehen.

 

Semantik

Viele von euch nutzen ja – wahrscheinlich sogar alle – eine Textverarbeitung wie Word. Und da habe ich ja auch verschiedene Auszeichnungen. Ich kann also etwas als Überschrift ersten, zweiten, dritten Grades markieren. Und das ist erst mal eine semantische Auszeichnung. Semantik heißt ja Bedeutung. Das heißt, ich habe damit erst mal gesagt, das hier ist eine Überschrift ersten, zweiten, dritten Grades. Das hat auch einen grafischen Effekt, natürlich. Aber vor allem habe ich es erst mal semantisch gemacht. Ich könnte ja auch einfach hingehen und ich könnte in meinem Dokument einfach alles, was eine Überschrift werden soll, markiere ich einmal, mach das fett und 18 Punkt Größe oder so. Nein, das mache ich nicht, sondern ich gebe dem Ganzen eine Bedeutung. Und das hat einen Vorteil. Dann kann man in Word hingehen und zum Beispiel automatisiert ein Inhaltsverzeichnis generieren lassen, weil Google eben weiß, was die Überschriften ersten, zweiten, dritten, vierten, fünften Grades sind. Sonst ginge das ja nicht. Und das ist der Vorteil von Semantik.


Und das gibt es jetzt für das Web natürlich auch. Es gibt HTML-Code. Für alle, die da schon mal reingeguckt haben, ja, das ist einfach eine Auszeichnungssprache. Und da gibt es eben verschiedene Tags. Und für Überschriften gibt es eben, analog zu Word, gibt es auch Überschriften Tags, die heißen H1, H2 bis H6. Also Überschrift ersten, zweiten bis sechsten Grades. Und auch das ist hier eine semantische Auszeichnung. Das heißt, ich kann in diesem Fall der Suchmaschine beibringen, das hier ist eine ganz wichtige Überschrift. Vor allem kann ich ihr erst mal beibringen, das hier ist überhaupt eine Überschrift. Oder das hier ist vielleicht eine H6, das ist vielleicht eine nicht so wichtige Überschrift. Und das hat mit Sicherheit einen gewissen SEO-Effekt, auch wenn der sicherlich sehr oft sehr überzogen wird. Oder es sehr überzogene Erwartungen gibt. Komme ich aber gleich noch mal dazu.

 

Grundlegende Empfehlungen

Es gibt einmal die Empfehlung, jede Seite sollte exakt eine H1 haben, also nicht null H1, nicht zwei, nicht drei, sondern exakt eine. Und diese H1 sollte natürlich auch genau beschreiben, um was es auf der Seite geht.

Wenn ich weitere Überschriften brauche, dann sollte ich sie hierarchisch aufbauen. Also auf der nächsten Ebene kämen dann die H2, dann kämen die H3, und so weiter. Und deswegen muss man sagen, eine H6 wird man relativ selten sehen können, außer vielleicht bei akademischen Projekten. Denn wenn ich, ich sage mal, auf einer normalen Webseite so eine tiefe Gliederung habe, dann habe ich vielleicht grundlegend irgendetwas falsch gemacht. Das mag in Einzelfällen natürlich nicht so sein, aber typischerweise wird man eine H2 brauchen, eine H3 vielleicht auch noch. Danach wird es dann allerdings auch schon ein bisschen selten, sagen wir es mal so.

 

Wie sieht es denn bei Dir auf der Website aus?

Eine Möglichkeit, das herauszufinden ist natürlich erst mal in den HTML-Code zu schauen. Das könnt ihr in jedem Browser machen, den ihr habt. Einfach rechte Maustaste – im Firefox heißt es, glaube ich, “Seitenquelltext anzeigen”. Oder ihr könnt eben auch über eine Überschrift gehen, rechte Maustaste und dann “Untersuchen”. Und dann zeigt euch sowohl Chrome als auch Firefox jeweils exakt das Tag an, wo ihr da seid.

Für Chrome gibt es auch ein schönes Plugin, das heißt H-Tag. Wenn da so eine Überschrift ist, macht es einen, orangenen Rahmen da drum und schreibt dann H1 zum Beispiel dran. Dann seht ihr direkt grafisch auch, wie ihr es auf der Seite gelöst habt. Gibt zig andere Plugins. Also ich wollte jetzt eigentlich fast gar nicht dieses eine hervorheben. Also wenn es für etwas Tools gibt, dann ist es eines, um sich die Headings anzeigen zu lassen.

Ich habe euch noch sieben Punkte mitgebracht, die mir in Bezug auf Headings wichtig sind, respektive auch oft gefragt werden und wo auch oft Fehler gemacht werden.

 

#1: Bitte nutzt Headings nur für den reinen Content

Das hat ein bisschen abgenommen, aber es gibt immer noch Webdesigner, die H2s, H3s zum Beispiel auch für den Footer nutzen oder für das Menü oder für Navigationselemente. Und das mag von der reinen Idee her auch vollkommen okay sein. Für SEO finde ich es jetzt nicht so top. Also bitte, da könnt ihr euch dann mit anderen Auszeichnungen behelfen wie diff oder span. Aber bitte nutzt Headings nur für den reinen Content-Bereich.

 

#2: Semantik = Optik

Rein theoretisch ist es möglich, dass ihr die H1 zum Beispiel ganz klein darstellt und die H6 ganz groß. Also über CSS/Style Sheets könnt ihr sowas natürlich machen. Ist das sinnvoll? Nein, es ist nicht sinnvoll. Auch, weil Google rendern kann.

Google konnte früher nicht rendern, also Google wusste nicht, wie groß ist das eigentlich, was ihr da anzeigt. Und es könnte euch durchaus negativ ausgelegt werden, wenn ihr da irgendwie zu kreativ seid. Auch inhaltlich macht es eigentlich gar keinen Sinn. Ab und zu kommen Leute auf sehr verrückte Ideen. Also, bitte nutzt die Hierarchie auch in der optischen Ausleitung, wenn man das so sagen kann. Also die H1 sollte auch das größte Element auf der Seite sein.

 

#3: Bitte nutzt die H1 nicht nur für Google

Sie ist auch das, was der Nutzer sehr wahrscheinlich als erstes sehen wird. Und häufig ist es so, in der H1 steht einfach nur das Keyword. Wenn ihr zum Beispiel einen Shop habt und ihr habt eine Kategorie aufgebaut für Weihnachtsmannkostüme, dann steht in der H1 standardmäßig “Weihnachtsmannkostüme”. Finde ich ein bisschen kurz gedacht, muss ich ganz ehrlich sagen.

Und da wäre ich jetzt, wie gesagt – darf man auch gerne mal an den Nutzer denken. Also es geht nicht nur darum, jetzt einfach nur stumpf das Keyword unterzubringen, sondern gerne auch den Nutzer begrüßen, ihm zu sagen, Hallo, du bist richtig hier und schön, dass du da bist. Genau. Bringe ich gleich in Punkt vier. Ist eigentlich die super Überleitung.

 

#4: Es gibt keine Längenbeschränkung für die H1

Übrigens auch nicht für die H2, nicht für die H3. Es gibt manche SEO-Tools, die da schnell anfangen zu meckern. Ich habe das eben noch mal nachgeschlagen. Im Screaming Frog gibt es zum Beispiel ein Limit, was man verändern kann, aber das standardmäßige Limit ist bei 70 Zeichen. Danach wird der Frog sagen, “Die H1 ist zu lang.” Und es gab – bisher auch seitens Google gab es beim Article Markup die Beschränkung auf 110 Zeichen. Die wurde am 3. Januar entfernt.

Also: Es gibt keine Längenbeschränkung. Anders wie bei Elementen wie dem Seitentitel oder der Meta Description gibt es die hier eigentlich nicht. Also schreiben wir die Blöden? Schreiben wir da richtig Prosa rein? Nein. Ich hatte auch schon mal Leute, die haben einfach ihren kompletten Content als H1 markiert. Ist jetzt auch nicht so superschlau.

Also. Wichtig wäre für mich, A, das ganze konzis zu machen. Also möglichst kurz und prägnant. Die Suchbegriffe sollten drin vorkommen. Und bitte auch mit Ansprache des Nutzers, weil nochmal, der Nutzer sieht das ganze ja auch.

Also angenommen ihr habt eine Seite über Elektrohubwagen, dann wäre es blöd, wenn die H1 einfach nur hieße “Elektrohubwagen”. Sondern man könnte so was machen wie “Elektrohubwagen” – Doppelpunkt oder Bindestrich – “Direkt beim Marktführer kaufen.”

Warum? Also erstmal, ich habe das Keyword untergebracht, gut für SEO. Und ich habe dem Nutzer klar gemacht, was jetzt hier Phase ist. Nämlich, du kannst hier, A, jetzt kaufen. Ich habe einen Shop für dich. Und falls du es noch nicht wusstest – und viele wissen das übrigens wirklich nicht – ich bin der Marktführer. Also wenn du irgendwo vielleicht sehr wahrscheinlich die größte Auswahl und den besten Service kriegst, dann werde ich das wohl sein. Also bitte nicht nur Keyword unterbringen. Halte ich für sinnlos. Und nochmal: Ihr habt keine Längenbeschränkung, aber deswegen haltet es trotzdem natürlich relevant kurz. Ihr habt Platz dafür, ihr habt keine Beschränkungen, also nutzt euren Platz, den ihr habt, möglichst sinnvoll aus.

 

#5: Wie schlimm ist es eigentlich, wenn man die Empfehlungen verletzt?

Also, ich habe vielleicht eine doppelte H1, sieht man gar nicht so selten. Oder ich habe keine H1, dafür aber eine H2. So kritisch ist das alles nicht.

Es zählt primär der Content der Seite. Aber trotzdem, wenn ich es kann und wenn ich es – das ist immer ein wichtiger Punkt bei mir – wenn es mit vertretbarem Aufwand möglich ist, würde ich mich immer trotzdem bemühen, es richtig zu machen.

Wenn du jetzt 70 Mann- oder Frau-Tage brauchst, um alle deine H1 zu fixen, muss ich sagen, ist es das Geld, das du da reinsteckst, wahrscheinlich nicht wert. Aber wenn du jetzt nur zwei Seiten hast, da fehlt eine H1 oder bei einer ist es doppelt, meine Güte, dann fixt du es halt. Aber du wirst sehr wahrscheinlich nicht mal einen Effekt davon spüren. Aber trotzdem nochmal: Wenn du – vor allem wenn es darum geht, neue Seiten anzulegen, würde ich mich natürlich immer darum bemühen, es vollkommen richtig zu machen.

 

#6: Headings sind auch wichtig für Scanner und Skimmer

Das sind Menschentypen, die lesen nicht deinen kompletten Content. Wollen die nicht, haben die keine Zeit für, machen die einfach nicht. Und deswegen sollten deine Zwischenüberschriften, vor allem also die H2s oder H3s das eben auch wiedergeben.

Also, wie kann man das machen? Angenommen, du schreibst einen Beitrag über Wandern in Spanien, also deine H1 wäre jetzt “Wandern in Spanien” – Doppelpunkt – dann käme natürlich noch irgendwas, weil du willst den Nutzer ja auch ansprechen. Aber kürzen wir das jetzt mal ab. Und du hast deinen Beitrag so strukturiert, dass du ihn in vier Bereiche unterteilst, nämlich in die vier Himmelsrichtungen. Dann wirst du auch vier H2s haben. Solltest du zumindest. Und jetzt wäre es eben gut, wenn du zum Beispiel als H2 nicht hättest “Wandern in Spanien: nette Leute, schöne Wanderrouten”.

Warum? Das sagt überhaupt nichts aus. Das heißt, der Scanner oder der Skimmer, die lesen nicht deinen ganzen Artikel, sondern die gucken sich zum Beispiel deine Zwischenüberschriften an und entscheiden auf der Basis, ob sie diesen Teil lesen oder nicht. Und diese Zwischenüberschrift wäre nicht hilfreich.

Angenommen, du machst eine Zwischenüberschrift wie “Wandern im Norden: Spaniens historische Stätten erwandern” oder so etwas, dann hätte ich – könnte ich meine Nutzer besser leiten. Warum? Erstmal steht da “Wandern im Norden”. Das heißt, wenn ein Nutzer sagt, der Norden interessiert mich sowieso nicht, ich fliege immer in den Süden, gut, dann liest er diesen Teil eben nicht. Oder wenn da steht “Spaniens historische Stätten”, und ich sag so, Boah, historische Stätten sind mir vollkommen egal, ich will Partyleben, dann lese ich das auch nicht. Auf der anderen Seite, wenn ich weiß, historische Stätten, oh ja, da stehe ich total drauf, dann lese ich diesen Artikel. Also wichtig hier ist nochmal: Ich habe meine Keywords untergebracht, wie “Norden”, zum Beispiel, “Wandern im Norden”. Und ich habe dem Nutzer geholfen, über die Zwischenüberschrift zu erkennen, um was es in diesem folgenden Absatz oder in den folgenden Absätzen eigentlich wirklich geht.

#7: Die Headings können auch helfen, Featured Snippets zu bekommen

Das habt ihr bestimmt schon mal gesehen. Dann sieht das erste Suchergebnis ein bisschen anders aus. Da zieht Google sich mehr Text aus der Seite. Das ist auch ein bisschen hervorgehoben dann. Und das kann vorteilhaft sein für mehr Klicks. Es kann auch nachteilig sein für weniger Klicks. Aber die Diskussion möchte ich jetzt hier gerade nicht lostreten.

Also, du wirst prominenter dargestellt. Das ist erstmal der Vorteil. Und auch da hilft es eben, genau das zu machen, was ich eben bei Punkt sechs hatte, nämlich dass man H2s, H3s hat, die auf konkrete Unterthemen abzielen. Also angenommen, du hättest jetzt wieder eine Überschrift, irgendeinen Beitrag zum Thema Wandern, und hast jetzt eine H2, die heißt “Die zehn schönsten Wanderwege auf Madeira”. Und danach kommt eben Text oder kommt eine Liste und so weiter, dann hilft diese H2, weil da Keywords drin vorkommen.

Wenn jetzt jemand zum Beispiel sucht nach “Wanderwege auf Madeira”, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass Google sich eben dieses – also dass du erstmal rankst und dass du dann auch noch prominent dafür dargestellt wirst. Das heißt, diese H2s, H3s, die mit Keywords auszustatten kann durchaus helfen, eben für solche Featured Snippets aufzutauchen. Analog ist es auch recht beliebt mittlerweile, dass eine Seite zum Beispiel unten so ein kleines FAQ bekommt. Also die drei wichtigsten Fragen rund um Wandern auf Madeira. Und auch da ist es natürlich immer dann wichtig, dass man H2s oder H3s nimmt, je nachdem, wie es jetzt gerade so sinnvoll ist, um eben auch dort Google noch mehr Hinweise zu geben, hier ist meine H2, das sind quasi die Suchbegriffe. Und um dieses – mit den Suchbegriffen geht es in dem folgenden Absatz oder in den folgenden Absätzen.

Also nutzt das bitte. Aber wie ich schon eben andeutete, übertreibt es nicht. Also das eine, was man nicht machen sollte, ist eben, dass man alle H2s, H3s immer mit dem gleichen Keyword zu klatschen. “Wandern in Spanien: “, “Wandern in Spanien: “, “Wandern in Spanien: “. Also gerne auch ein bisschen Variation reinbringen, aber trotzdem das ganze keywordlastig zu gestalten und gleichzeitig noch an den Nutzer zu denken, sodass das, was er da liest – oder sie – eben auch hilft, zu verstehen, um was es dabei eigentlich geht, um sich dann zu entscheiden, den folgenden Text zu lesen oder ihn einfach zu überspringen.

 

Finale, Zusammenfassung

Wichtig ist: Dieses Thema hat eine gewisse Relevanz, aber keine überzogene. Also die ganzen Tools, die ganzen SEO-Tools, egal was du nutzt, werden erstmal anfangen zu meckern, wenn irgendwo eine H1 fehlt oder ein Zeichen zu lang ist oder was auch immer. Oft ist das Ganze nicht so wahnsinnig relevant, aber trotzdem, du möchtest natürlich das perfekte Dokument liefern. Du möchtest ein gut strukturiertes Dokument liefern. Und da helfen dir diese H1s, H2s, H3s sehr, sehr viel. Sowohl um einer Suchmaschine klarzumachen, um was es auf der ganzen Seite und in Teilbereichen davon geht, als natürlich auch für den Nutzer. Gut. Wichtig, dass ich das noch mal nachgeliefert habe.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und SEO Advocate der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster und Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO.

Markus hat vier Kinder, spielt in seiner Freizeit gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

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