Teil 3 von “SEO in Action”: www.conrad.de unter der Lupe

27. September 2010 | Von in SEO

Es ist jetzt quasi halbzeit. Zwei Websites (www.thomann.de und www.bonprix.de) haben wir uns schon angeschaut. Heute ist www.conrad.de dran. Und in den nächsten Tagen kommen noch www.otto.de und www.amazon.de.

Vielleicht an dieser Stelle ein kurzer Einblick: Erstmal bin ich froh, dass mir bei jeder der fünf Websites etwas auffällt. Das habe ich natürlich schon erwartet, aber ich hätte auch erwartet, dass man länger buddeln muss.

Ich kann auch nicht müde wähnen zu sagen, dass es hier nicht ums Bashing geht. Viele der Potenziale sind den Unternehmen wohl auch bekannt. Wir betreiben ja selber auch eigene Websites und ich bin mir sicher, dass man auch dort immer was finden würde, weil die Zeit einfach nie ausreicht, um alles perfekt zu machen. So gesehen geht es bei dieser Serie eher um die Frage: Was könnte man alles richtig machen, wenn Zeit und Geld nicht so fürchterlich begrenzende Faktoren wären?

Und noch etwas: Mir fällt natürlich in der Regel noch viel mehr auf. Vieles davon fällt unter Kleinkram. Manches will ich auch gar nicht erwähnen, weil es vielleicht etwas grenzwertig ist und wir ja Google nicht aufwecken wollen 🙂

In diesem Sinne folgt jetzt in aller Kürze das, was mir bei www.conrad.de aufgefallen ist.

Meta Description

Bekanntermaßen übernimmt Google gerne die Meta Description einer Seite, um daraus das Snippet zu bilden. Die Meta Description der Startseite ist aber wesentlich zu lang:

“Als einer der führenden Versender von Technik und Elektronik bietet Ihnen Conrad Deutschland eine spannende Welt voller innovativer Ideen. Besuchen Sie unseren Online Shop oder bestellen Sie einen unserer aktuellen Conrad Kataloge.”

Google hat sich dafür entschieden, einen schönen Ausschnitt davon als Snippet zu nehmen:

Bild

Es könnte aber auch sein, dass Google hier einen anderen Ausschnitt nehmen würde und den Text dann mitten im Satz abschneidet. Deswegen empfiehlt es sich gerade bei der Startseite, auf eine perfekte Länge (140-150 Zeichen) zu achten und die Auswahl nicht dem Zufall bzw. Google zu überlassen.

Produkte und Bewertungen

Einer der ersten Tests bei einem Shop besteht immer darin, einen großen Teil einer Produktbeschreibung zu kopieren und dann als Phrase zu suchen. In diesem Fall habe ich mich für ein Raumthermostat entschieden:

“Universell einsetzbarer Elektronik Thermostat mit gleichzeitiger digitaler Anzeige der Ein und Ausschalttemperatur sowie der aktuellen Temperatur” site:conrad.de

Google liefert hier interessanterweise zwei Seiten zurück, die nicht die üblichen Probleme (Session-IDs, …) offenbaren, sondern einen zweiten Blick erfordern:

An der Produkt-ID 615910 kann man erkennen, dass es sich intern wirklich um dasselbe Produkt handeln muss. Aber wieso legt Conrad.de dafür zwei Seiten an?

Die erste Seite ist die Produktseite, die auch innerhalb des Shops gefunden werden kann (löblicherweise mit einem Canonical-Tag). Die zweite Seite zeigt dann die Bewertungen des Produkts an. Das Problem hierbei ist nämlich, dass der Produkttext nicht “unique” ist. Darüber hinaus findet sich dieselbe Produktbeschreibung auch auf zig anderen Plattformen. Mein erster Reflex: Warum macht Conrad daraus nicht eine Seite? Wenn man die textlichen Bewertungen in die Produktdetailseite integriert, würde der “nicht-unique” Teil geringer, so dass Google die Seite hoffentlich positiver bewerten wird. Die Bewertungen können zwar auf der Produktdetailseite abgerufen werden, diese werden aber per AJAX nachgeladen und sind damit für Google unsichtbar. Wenn die Bewertungen (oder auch nur einen Teil davon) auf der Produktdetailseite für Google sichtbar eingebunden würden, hätte man eben eine “uniquere” Seite und könnte zugleich über Microformats oder RDFa für ein Rich Snippet sorgen. Google würde dann im Idealfall die Bewertungen (in diesem Fall die sehr gute Note von 4,6/5) in das Suchergebnis übernehmen und mit Sternchen darstellen.

Die zweite Seite http://bewertungen.conrad.de/6781-de_de/615910/universal-thermostat-ut-200-reviews/reviews.htm hat die Bewertungen nämlich so markiert, dass Google erkennen kann (Test mit dem Rich Snippet Testing Tool) – was hier aber nicht viel hilft, weil Google wohl bevorzugt die Produktdetailseite anzeigen wird:

seo-in-action-4

Übrigens: Wer dennoch von den Rich Snippets profitieren möchte, ohne dass die Bewertungen selber auf einer Seite angezeigt werden, kann auch auf einen so genannten Aggregate Review zurückgreifen kann (mehr dazu in der Google-Hilfe über Rich Snippets).

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

4 Kommentare zu “Teil 3 von “SEO in Action”: www.conrad.de unter der Lupe”

  1. Thorsten Eder

    Hallo Herr Hövener,

    das schmerzt dann doch, wenn Sie exakt noch das Thema der Bewertungen ausgraben. Was einfach und klar erscheint – ist leider nicht so leicht zu lösen bzw. im nachhinein ein Problem (wenn SEO vorher vergessen wird ;).

    Gruss aus Hirschau
    Thorsten

  2. Markus

    Von außen kann man sowas immer leicht ansprechen. Ich ahne schon, dass das alles so einfach nicht ist…

  3. XXX XXXX

    Habe am XX.XX.XXXX bei Ihnen ein Heizungs Spar-Set gekauft( in Ihrer Fliale in Bonn )
    Bestell-Nr.XXXXXXX Sar-Set FHT 80 BTFN.
    Dort wurde mir eine vorläufige Kundenkarte erstellt mit der Nr.XXXXXXXX mit der bemerkung
    die Orgional-Karte würde mit der Lieferung
    zugesendet Lieferung erfolgte am XX.XX.XXXX
    ohne Kunden-Karte.
    Ihr Kunde XXXX XXXX

  4. Markus

    zu 3: Ohne Kommentar
    (Name & Daten unkenntlich gemacht)

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