Helfen/schaden Verzeichniseinträge in Bezug auf Linkaufbau? [SEO FAQ #12]

7. August 2018 | Von in SEO

Google bewertet eine Website nach wie vor u. a. auf Basis der externen Verlinkungen. In der Vergangenheit haben einige Unternehmen einen Teil der Verlinkungen durch Einträge in Verzeichnisse aufgebaut. Durch die vielen Qualitäts-Updates beim Linkaufbau (Google Penguin) sind solche Einträge aber definitiv nicht mehr „state of the art“. Sollte man also immer noch Verzeichnisse zum Linkaufbau nutzen? Oder können diese schaden?

 

Minderwertige Verzeichnisse

Es gibt sicherlich viele minderwertige Verzeichnisse. Dort kann sich jeder eintragen und erhält auch oft direkt einen Dofollow-Link (also einen Link, den Google grundsätzlich auch wertet). Aber: Man kann sicherlich davon ausgehen, dass Google diese Linkquellen gut kennt und entwertet.

Während minderwertige Links bei früheren Penguin-Updates zu Abwertungen führen konnten, ist das laut Google schon seit Ende 2016 nicht mehr so. Minderwertige Links werden demnach nicht mehr als „Malus“ gewertet, sondern einfach ignoriert. Der Aufwand für den Aufbau solcher Verlinkungen lohnt sich also einfach nicht mehr.

 

Qualitativ hochwertige Verzeichnisse

Nun gibt es aber auch andere Verzeichnisse, die häufig redaktionell gepflegt und oft professionell betrieben werden:

  • Branchenbücher wie WLW und Industrystock (beide B2B)
  • Spezifische Branchen-Verzeichnisse (z. B. das Hochzeits-Branchenbuch auf www.weddix.de)
  • Lokale Verzeichnisse (z. B. Gelbeseiten.de)

Sind diese Einträge auch sinnlos?

Hier muss man klar unterscheiden, aus welchem Grund der Eintrag vorgenommen wird: Für den Aufbau einer Verlinkung – um also das organische Google-Ranking zu verbessern? Oder um gezielt Besucher auf die Website zu bekommen?

Für den Aufbau einer Verlinkung können manche Einträge sinnvoll sein. Man kann aber „von außen“ nicht sehen, welche Links Google zählt und welche verworfen werden. Wer also die zum Teil hohen Gebühren mancher Verzeichnisse nur aufwendet, um damit einen Link für Google aufzubauen, kann sich niemals sicher sein, ob die Investition auch sinnvoll ist.

Sinnvoll können viele der Verzeichnisse aber sein, um zielgerichtet Besucher anzulocken. Durch die guten Rankings und andere Traffic-Quellen schaffen es viele Verzeichnisse, relevanten Traffic zu generieren. Häufig ist dieser hinsichtlich der Besucherzahl nicht umwerfend – dafür ist die Qualität der Besucher durch die Vorqualifizierung der Verzeichnisse oft sehr gut.

 

Also, was tun?

  • Nutzen Sie Verzeichnisse nicht zum Linkaufbau. Es ist relativ gut möglich, dass bestimmte Verzeichnisse von Google ignoriert werden.
  • Prüfen Sie Verzeichnisse, ob diese auch für Ihr Unternehmen als Traffic-Quelle interessant sein können. Sieht das Verzeichnis hochwertig aus? Sind die für Sie relevanten Rubriken nicht hoffnungslos überfüllt, sodass Ihr Eintrag auch potenziell wahrgenommen werden kann? Gibt es vielleicht Media-Daten oder andere Angaben zum Traffic der Website?
  • Wenn Sie einen Verzeichniseintrag haben und es dort einen Dofollow-Link gibt: Prima! Vielleicht ist dieser Eintrag ja auch für Google relevant. Aber wie gesagt: Der Dofollow-Link ist nur die Kirsche auf dem Sahnetörtchen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie den Traffic der Verzeichnisse gut messen können. Nur so können Sie am Ende der Laufzeit auf Basis der Clicks und Conversions entscheiden, ob Sie den Eintrag verlängern sollen.
  • Wenn Sie – Thema: Altlasten – noch in minderwertigen Verzeichnissen eingetragen sind, müssen Sie diese Links nicht unbedingt abbauen oder abwerten (über das Disavow Tool von Google). Solche Links können Ihnen eigentlich nicht mehr schaden. Bei einer hohen Anzahl von Verzeichniseinträgen können Sie eine Entwertung dieser Links jedoch zur Sicherheit vornehmen.

 

Wann Verzeichniseinträge unkritisch sein können …

Noch ein Hinweis: All das gilt nicht für lokal ausgerichtete Unternehmen. Als lokal agierendes Unternehmen (Steuerberater, Anwälte, Handwerker …) ist man oft in viele Verzeichnisse eingetragen und hat somit ein Linkportfolio, das manchmal sehr minderwertig aussieht. Im Bereich der lokalen Optimierung (Local SEO) kann das aber durchaus sinnvoll sein. Das heißt aber nicht, dass man sich dann auch in Hunderte Verzeichnisse eintragen sollte. Auch hier sollte man eher auf Qualität setzen (Gelbe Seiten, Yelp …)!

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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