Was ist ein PBN (privates Blognetzwerk)?

28. Februar 2019 | Von in SEO

Aus aktuellem Anlass erkläre ich, wie private Blognetzwerke aufgebaut sind. Dabei handelt es sich ausdrücklich nur um eine Definition, keine Anleitung oder Empfehlung. Private Blognetzwerke sind riskant, resultierende Rankingvorteile allerhöchstens kurzfristig!

Definition

Ein privates Blognetzwerk (kurz: PBN) besteht aus vielen Domains, die ein und derselben Person gehören bzw. von ihr kontrolliert werden (darum “privat”).

Warum ein PBN aufbauen?

Ziel ist es, schnell und günstig Inhalte auf vielen Unterseiten dieser Domains aufzubauen, wo dann im Textkontext optimierte Links auf ein oder mehrere Hauptprojekte gesetzt werden können (s. Abbildung).
Das Hauptprojekt (auch: “Money Site”) soll durch die große Zahl von vermeintlich themenrelevanten Links in den Suchergebnissen bessere Rankings für wertvolle Suchbegriffe (“Money Keys”) erzielen.

privates Blognetzwerk schematische Darstellung-small

Schema eines privaten Blognetzwerkes (vereinfachte Darstellung)

In der Regel handelt es sich dabei um selbst gehostete Domains, also keine Subdomains von wordpress.com, tumblr.com o. ä., da diese mehr “Power” durch die Links weitergeben können.
Meist befinden sich unter den Domains auch expired Domains. Expired Domains sind Internetadressen, die schon einmal genutzt, dann aber aufgegeben wurden. Sie können von jedermann und oft zum günstigen Preis erstanden werden – häufig muss nur eine Registrierungsgebühr bezahlt werden, genau wie bei einer ganz frischen Domain. Externe Links zu so einer Domain mit ehemals echten Inhalten sind häufig noch vorhanden.

Risiken

Klingt doch super. Soll ich das für meine Seite machen?

Nein, bitte nicht! Wer eine ernsthafte Website betreibt und diese auch in der langfristigen Zukunft noch erfolgreich betreiben möchte, sollte Abstand von dieser Strategie nehmen. Google und andere Suchmaschinen mögen Blognetzwerke (ob nun privat oder öffentlich) nämlich gar nicht und gehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten dagegen vor, beispielsweise mit manuellen Maßnahmen. Der Grund dafür ist auch gut nachvollziehbar. An der schematischen Darstellung lässt sich schon erkennen, dass das ganze Geflecht von Inhalten und Links überhaupt nicht für menschliche Nutzer gemacht ist. Die Texte der Blogposts sind häufig Ergebnisse von Spinning oder von automatischen Übersetzungen anderer Posts, echter Mehrwert für echte User fehlt. Um dieses Prozedere den Suchmaschinen nicht direkt unter die Nase zu reiben, geben sich PBN-Profis alle Mühe, keine Spuren (footprints) zu hinterlassen, die auf den gemeinsamen Besitzer aller Domains hindeuten (z. B. gleiche Designs und Impressen, identische IP C-Klasse, …).

Fazit

Es ist frustrierend zu beobachten, wie andere mit dieser Technik schnell und billig weit oben in den Suchergebnissen erscheinen. Diese Erfolge sind jedoch in den allermeisten Fällen von kurzer Dauer und Suchmaschinen werden laufend besser darin, diese Netzwerke aufzudecken.

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Andreas Schülke

Andreas Schülke ist Head of Content Marketing bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig zu den Themen Content Marketing und Linkaufbau – im Bloofusion-Blog, im Magazin für SEO, SEA und E-Commerce suchradar sowie bei Twitter.

Privat treibt er viel Sport und spielt Fußball im Freizeitliga-Verein SC Münster United. Außerdem ist er Fan von Werder Bremen und musikbegeisterter Hobbykoch.

Andreas Schülke ist in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden:

19 Kommentare zu “Was ist ein PBN (privates Blognetzwerk)?”

  1. Julian

    Ein solches Netzwerk kann aber durchaus auch so erstellt werden, dass die einzelnen Seiten nützlich für menschliche Besucher sind.

  2. Andreas Schülke

    Hallo Julian und danke für Deinen Kommentar.
    Theoretisch ginge das natürlich, allerdings würde man es dann sicher anders strukturieren wollen als hier erklärt. Denn wenn jede einzelne Seite relevante Informationen für Besucher bietet, warum sollte man dann eine Hauptseite besonders gewichten und versuchen nur dieser durch optimierte Links in den Rankings zu helfen? Auch die Frage, warum die (nützlichen) Inhalte dann überhaupt auf unterschiedlichen Domains verstreut sind, drängt sich auf. Eine Begründung könnte Branding sein, also unterschiedliche Seiten mit verschiedenen Designs und Nutzererfahrungen für diverse Zielgruppen. Dann bleibt das ganze System aber warhscheinlich auf maximal fünf bis zehn Domains beschränkt. Bei privaten Blognetzwerken, wie hier im Artikel erläutert, steht in der gängingen Praxis hingegen die günstige und einfache Skalierbarkeit im Vordergrund – häufig verweisen über 100 verschiedene SEO-Blogs mit Links auf die Hauptseite.

  3. egon

    Hallo Andreas,

    guter Artikel! Deine Empfehlung das überhaupt nicht zu machen, basiert ja eher auf einen langfristig erfolgreichen Blog. Wenn ich z.B. für die WM 2014 etwas mache, z.B. die Morphsuits, Fahnen oder allgemeine Fan-Artikel, die kurz nach der WM einen Wert von Null haben, dann sehe ich diese Variante als gar nicht mal so verkehrt an. Klar, es ist nicht “legal”, verstößt gegen die Online-Ehtik usw. – aber wenn man eben die Möglichkeit hat UND das Angebot FAIR und transparent ist, sehe ich da jetzt nicht so große Probleme.

  4. Andreas Schülke

    Guter Einwand. Momentan ist das wohl noch so. Schön wäre es natürlich, wenn dieses Vorgehen bei Google und anderen Suchmaschinen gar keine Vorteile mehr bringen würde. Besonders bei Keywords mit zeitlich begrenzten, hohen Suchvolumina sollten vielleicht zukünftig eher gute Inhalte auf der Seite und das Nutzerverhalten den Ausschlag geben als eine rasante Zunahme der Backlinks…

  5. Florian

    Google wird es genauso gut schaffen, die PBN Strategie einzudämmen, wie sie es schon lange geschafft haben, hart umkämpfte Suchbegriffe frei von Spam Seiten zu machen, die mit Blackhat Techniken nach oben gekommen sind.

    Also gar nicht… leider.

  6. Andreas Schülke

    Die Frustration kann ich gut verstehen. Ich sehe da aber schon eine Entwicklung, die es Spammern und Black-Hats schwerer macht und hoffe, dass das so weitergeht.

  7. Ronny

    Hallo Andreas,

    ich möchte die Diskussion nochmal aufgreifen.

    Ich habe ähnliches vor. Allerdings nur mit 6 Themenrelevanten Keywortdomains die alle einen eigenen, hochwertigen Inhalt bekommen sollen. Natürlich ist bezweckt über bestimmte Fachbegriffe User zu finden die Schlussendlich irgendwann auf die Hauptseite weiter verlinkt werden sollen.

    Würdest du schon davon abraten?

    Vielen Dank
    Ronny

  8. Andreas Schülke

    Hallo Ronny,
    bei sechs Domains mit hochwertigen Inhalten würde ich jetzt kein PBN sehen, wie es hier beschrieben wird.
    Trotzdem: Wenn Besucher aller Seiten letztendlich auf eine Hauptseite geleitet werden sollen, darf man sich schon fragen, ob nicht die Hauptdomain selbst alle Themen gut abdecken kann. Besonders, wenn man im Hinterkopf behält, dass Suchbegriffe in der Domain als Rankingfaktor immer unwichtiger werden.
    Ich kann das hier nur kritisch hinterfragen (gerade ohne mehr über das Projekt zu wissen) und die Entscheidung Dir überlassen 🙂

  9. Ronny

    Nachtrag:

    Ich habe es dabei bewusst unterlassen Domains zu kaufen sondern habe ausschließlich neue registriert. Keine alten Inhalte oder Links.

    Danke
    Ronny

  10. Benny

    Interessantes Thema!

    Man nehme mal an, man möchte in einer breiten Nische einen AffiliateShop aufmachen. Dann macht es doch durchaus Sinn, über verschiedene Testberichts-Seiten zu je einer speziellen Unternische zu projektieren, um dann von diesen Jeweils Linkjuice und Besucher auf den großen, umfassenden aber meist für die einzelnen Bereich nicht so gut rankenden Shop zu leiten. Oder seh ich da was falsch? Natürlich alles offen legen, am besten über ein google+ Konto laufen lassen, sodass gar nicht der Verdacht entsteht, man wolle was vertuschen.
    Viele Grüße,
    Benny

  11. Yves

    Also ich finde den Artikel etwas arg negativ und man muss erstmal sagen, dass daran keinesfalls etwas illegal oder verboten ist, wie hier manche schreiben. Nur weil Google etwas nicht mag, heißt das noch lange nicht das man es nicht machen sollte oder kann. Man muss dann halt mit den Abstrafungen leben.

    In weniger starken Branchen bekommt man mit PBNs auch kaum Probleme, weil keine Spam Reports kommen. Auch kann man die Backlinks so verstecken, dass sie von den gängigen Backlinkcheckern nicht mehr angezeigt werden. Da kommen dann bei Abakus immer die Fragen. Wie schafft es Seite xyz mit so wenigen Links zu ranken. 😉

    Ganz davon abgesehen, dass man PBNs auch so gestalten kann, das sie auf den ersten Blick wie seriöse Seiten aussehen.

    Auch gibt es noch ganz andere Sachen die man mit PBN Links machen kann. Nur mal ein kleines Beispiel: Ihr wurdet in einem Artikel vom Spiegel verlinkt. Schön. 4-5 PBN Links drauf und schon wirkt der Link gleich viel stärker und eure eigene Seite ist nicht gefährdet. Und nein Spiegel.de wird nicht wegen ein paar PBN Links abgestraft 😉

  12. Andreas Schülke

    Hallo Yves,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, der Beitrag ist negativ. Das ist meine (unsere) Perspektive zu privaten Blognetzwerken hier bei Bloofusion. Andere Meinungen sind erlaubt und in der Diskussion hier in den Kommentaren sehr gern gesehen!
    Dass dieses Vorgehen illegal ist, wurde nie behauptet. Es verstößt gegen Google-Richtlinien. Google und andere Suchmaschinen werden immer besser darin, solche Netzwerke zu erkennen und entweder Links daraus zu ignorieren oder sogar durch Rankingverluste zu bestrafen. Wie Du selbst sagst: “Man muss dann halt mit den Abstrafungen leben.”
    Ich gebe Dir recht, dass man viel Mühe in PBNs stecken kann, um Sie wie “echte” Seiten aussehen zu lassen. Auch das wird in Zukunft nicht mehr helfen. Große Suchmaschinen experimentieren schon länger mit Deep Learning (künstliche Intelligenz, AI, Details: https://medium.com/backchannel/google-search-will-be-your-next-brain-5207c26e4523 ). Das heißt, auch die Entwickler bei Google selbst, werden die Rankingfaktoren des Algorithmus künftig nicht mehr kennen. Wichtig ist, dass Suchende das finden, was Ihnen weiterhilft. Dabei helfen PBNs nicht und das wird die Suchmaschine über kurz oder lang erkennen, egal wie gut Fußspuren verwischt wurden.

  13. Yves

    Mit dem illegal habe ich mich auf einen Kommentar bezogen, nicht auf euren Artikel das war vielleicht etwas blöd ausgedrückt. Und ich stimme auch 100% zu das man Kunden keine PBN Links setzt. Das ist einfach unseriös, wenn man nicht vorher über die Risiken aufklärt.

    Wobei man das Ganze auch differenziert betrachten muss. PBN Links auf die man selber zugriff hat sind mit einem Klick wieder entfernt. Das heißt eine mögliche manuelle Abstrafung ist recht schnell wieder aufgehoben, wenn man es richtig anstellt und sich entsprechend reumütig gibt. 😉

    Und man darf nicht vergessen, das man sowas auch mit Sateliten machen kann. Also der Kunde bekommt seinen Shop normal optimiert. Aber es gibt Seiten die Traffic für den Shop generieren. Beispielsweise eine Ratgeber Seite. Wenn man mit No-follow Links arbeitet sehe ich da eigentlich keine großen Nachteile.

    Klar kann man jetzt sagen das der Ratgeber, auf dem Shop selber mehr Sinn macht, aber wenn man bedenkt das man mit PBNs teilweise in kürzester Zeit Top Rankings erzielen kann, ist das durchaus eine Strategie die in der Anfangszeit Sinn machen kann oder wenn man es gezielt für das Weihnachtsgeschäft einsetzt, Beispielsweise.

    Ich finde es geht dabei um Kosten/Nutzen/Risiko.

    Und was den Verstoß gegen Google Richtlinien angeht. Ich habe noch keine Agentur gesehen, die nicht irgendwie irgendwann dagegen verstoßen hat. Damit meine ich jetzt nicht euch, aber da wird viel Wasser gepredigt und Wein getrunken in der deutschen SEO Landschaft.

    Und klar wird Google immer besser zu erkennen was natürlich ist und was nicht, aber ich glaube man kann Seitennetzwerke so bauen das es kaum von außen zu erkennen ist. Beispielsweise in dem man echte Seiten kauft. Das ist zwar teuer aber ich sehe nicht, wie Google dagegen vorgehen kann, außer wenn irgendwann Links keine Rolle mehr spielen sollten. Und danach sieht es momentan nicht wirklich aus.

    Man muss sich nur mal Simon anschauen, bei der neuen Nischenseitenchalange. Er hat seine Texte mit Google translate übersetzt. Es ergibt absolut keinen Sinn, wenn man es liest aber es rankt trotzdem. Ich finde daran sieht man ganz gut wie weit Google wirklich ist.

    Klar muss er irgendwann die Artikel ändern damit ihm die Nutzersignale nicht um die Ohren fliegen, aber es zeigt das Google noch weit entfernt ist von Perfektion.

    Was sie aber wirklich perfektioniert haben, ist Angst und Schrecken unter den Webmastern zu verbreiten. Das hat schon was von psychologischer Kriegsführung. 🙂

  14. sawss

    das ist doch schwachsinn. Wo bekommst du deine links sonst her? Es dauert jahre bis du mal genug Links hast und damit endlich mal vielleicht auf der ersten Seite erscheinst. Das ist doch nur Neid gegenüber den SEOs die es wirklich weit gebracht haben und nein es ist nicht nur kurzfristig. Ich kenne Leute die ranken mit Mega Keywords alle mit PBN und sind schon seit Jahren dort oben. Wenn man weiss wie geht alles gut und Google straft nur ab, weil dieses Monster nur will das die Leute ihre teuren Adwords Kampagnen kaufen. Fall nicht auf das System der Welt rein die zeigen alles schlecht auf, was nicht nach ihrer Nase passt. Ich bin stolzer SEOer und kann sagen, dass Google noch lange nicht so weit ist und die PBNs findet. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

  15. Andreas Schülke

    Wie schon in vorherigen Kommentaren geschrieben wurde, ist es immer eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Ja, viele PBNs funktionieren (noch). Aber schon alleine dafür, dass sie heutzutage funktionieren, wird ein hoher Aufwand betrieben, um nicht sofort aufzufallen.
    Zu der Frage, wo man sonst Links herbekommt:
    Eigentlich durch alles, was echte, legitime Unternehmen und Marken schon immer machen:
    – PR
    – Unternehmenskooperationen (Geschäftspartner)
    – Events (z. B. Messeauftritte)
    Und eben auch durch wirklich nützliche Inhalte und deren gezieltes Streuen (“Content-Marketing“).
    Und nein, wenn man Hirnschmalz, Arbeitszeit und Budget statt in PBNs in Content-Marketing investiert, muss es nicht Jahre dauern, bis viele Links zusammenkommen.

  16. Censio

    Ich habe es selber in 6 Monaten geschafft eine alte Webseite von mir auf der ersten Seite zu sehen. Und dafür habe ich keine PBNs benutzt sondern ganz normal meiner Tätigkeit gefolgt die man so als ITler macht.

    Mittlerweile versuche ich ernsthaft meine neue Seite nach vorne zu bringen und auch da sieht es nicht so schlecht aus. Man muss nur mal ein Konzept aufweisen und sich etwas Gedanken machen.

    Von PBNs habe ich selber bis Dato nichts gewusst!

  17. Norbert Bruns Vermietungsbüro

    Ich habe gerade bei einer SEO Agentur den Begriff “PBN Links” gefunden. Da ich mir nicht sicher war um was für Links es sich handelt, habe ich nach dem Begriff gesucht und bin auf diesen Blog gestoßen. “PBN Links” werde ich defenitiv nicht kaufen!
    Danke für den Artikel

  18. CDX

    Danke für den guten Artikel, und vor allem um die kontroverse Diskussion die mir beim Überlegen hilft.
    Norbert

  19. Alexander Reichel

    Interessanter Artikel und schön veranschaulichtes Bild. Jetzt verstehe ich das Spamming auch endlich und warum die Leute das machen. Ich hatte bei meinem Blog tausende von chinesischen Links drinnen.

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