33 Formate fürs Content-Marketing

15. Juli 2020 | Von in Content Marketing

Bei der großen Auswahl an Formaten für Unternehmen bei der Online-Kommunikation fällt die Entscheidung nicht leicht. Diese Liste liefert Inspiration und zeigt Vorzüge und Nachteile auf, die auf den ersten Blick leicht übersehen werden.

Welches Format letztendlich gewählt wird, hängt stets von anderen Entscheidungen im Content-Marketing-Prozess ab, etwa den Zielen, dem gewählten Thema oder den Kanälen für die Verbreitung der Inhalte. Auch der Punkt in der Customer Journey bzw. dem Conversion Funnel, an dem Content potenzielle Kunden erreichen soll, muss bedacht werden.

Die im Folgenden präsentierte Trennung ist rein theoretisch und künstlich verschärft – in der Praxis werden meist mehrere Formate kombiniert. So könnte beispielsweise eine Landingpage zu einer Studie aus kurzem webtauglichem Text und einigen Visuals bestehen, eventuell auch einem interaktiven Element. Das zugehörige PDF zum Download mit den detaillierten Ergebnissen würde typischerweise hauptsächlich Text enthalten, ergänzt mit Bildern, Tabellen und Grafiken.

Gliederung:

Text

Vorweg der wichtige Hinweis: Alle Textinhalte werden im Web in der Regel mit anderen Formaten (vor allem Bildern und Grafiken) ergänzt, weil sich online niemand freiwillig durch eine Textwüste kämpft.

1. Ratgeber

Das Format des Ratgebers an sich ist nicht neu und ganz sicher nicht besonders sexy. Aber es funktioniert in vielen Branchen und für viele Unternehmen. Besonders, wenn das Wissen von glaubwürdigen Experten (intern oder extern als Content-Partner) präsentiert wird, kann ein guter Ratgeber Menschen wirklich weiterhelfen. Dann wird er auch gerne weiterempfohlen und trägt zum positiven Image des Urhebers bei.

Nachteil: Der Aufwand, den es braucht, um einen wirklich guten Ratgeber zu einem bestimmten Thema zu verfassen, kann enorm sein.

2. Studie/Umfrage

Wer eigene Daten erhebt, hat schon per se einen großen Vorteil, weil mit diesem Ausgangsmaterial auch noch ganz andere Publicity betrieben werden kann, als nur eine eigene Studie zu veröffentlichen. Bestimmte Datensätze könnten beispielsweise exklusiv der Fachpresse zur Verfügung gestellt werden, um die Bekanntheit beim hyperrelevanten Publikum in der Nische zu erhöhen, ohne dafür teure Werbung schalten zu müssen. Zusätzlicher Vorteil von datenbasiertem Content ist außerdem die wahrgenommene Objektivität.

Visualisierung der Ergebnisse einer Bloofusion-Studie zu E-Mail-Outreach

Nachteil: In vielen Unternehmen gibt es schon gute Daten, die nur ausgewertet werden müssen. Verständnis und/oder Erlaubnis dafür zu bekommen, gestaltet sich leider oft schwierig. In anderen Unternehmen gibt es erst gar keine Daten, die sich anbieten würden. Eine Datenerhebung aber bei Profis in Auftrag zu geben, wird schnell sehr teuer.

3. Anleitung

Schritt-für-Schritt-Anleitungen passen an vielen Stellen in die Content-Strategie. Potenzielle Neukunden können hier den ersten Berührungspunkt mit einer Marke haben, bestehende Kunden suchen vielleicht nach Details zum Einsatz des gekauften Produkts im Alltag. In jedem Fall ist eine gute Anleitung natürlich sehr wertvoll.
Dokumente, Tabellen, Leitfäden oder Checklisten, die aktiv genutzt, weiterempfohlen oder gar ausgedruckt werden, können auch professionelle Zielgruppen (B2B) überzeugen.

Nachteil: In vielen Fällen wird eine Anleitung in reiner Textform nicht ausreichen, dann ist der Aufwand für die Produktion natürlich dementsprechend größer.

4. Liste/Award

Jeder kennt das Format der Top-10-Listen zu allen möglichen Themen. Blogbeiträge in diesem Format sind schnell erstellt und erfreuen sich gleichzeitig großer Beliebtheit bei einem Publikum mit begrenzter Aufmerksamkeitsspanne, vielleicht weil sich der Umfang und Zeitaufwand fürs Lesen schon mit der Überschrift sehr gut einschätzen lässt.
Wer zudem noch einen Preis oder eine Auszeichnung für den ersten Platz oder die Top 3 auf dem Siegertreppchen verleiht, kann das Ganze auch als Aufhänger für eine Art Ego-Bait nutzen.

Nachteil: Top-Listen (auch Listicles) sind fast schon zu beliebt und werden von vielen Publishern für Clickbait-Inhalte missbraucht, sodass sie bei manchen Usern Skepsis auslösen können.

5. News

Wer zuerst über Neuigkeiten berichtet, kann als Quelle für die weitere Berichterstattung viel kostenlose Publicity einheimsen.

Nachteil: Nachrichten zu aktuellen Entwicklungen sind naturgemäß schlecht planbar und daher in der strategischen Content-Planung kaum abzubilden. Es kann höchstens genug zeitlicher Puffer im Redaktionskalender vorgesehen werden, und dann heißt es zuschlagen, falls sich die Gelegenheit für News ergibt!

6. Pressemitteilung

Noch besser: Selbst die nächste Titelstory liefern!
Leider nicht so einfach. Nichtsdestotrotz können Pressemitteilungen zu wertvollen Erwähnungen oder gar Anfragen von Journalisten führen. Dafür sollte ein Presseverteiler aufgebaut werden, in dem konsequent gute Pressemitteilungen verfasst werden, also nur dann, wenn es wirklich etwas zu berichten gibt und mit mundgerechten Informationen, die Redakteure mit möglichst wenig Aufwand weiterverwenden können. Bei ganz besonderen Anlässen können auch entsprechende PR-Portale genutzt werden, um für mehr Verbreitung zu sorgen, was dann in der Regel Kosten bedeutet.

Nachteil: Nicht immer vorhersehbar, ähnlich wie bei den News.

7. Test/Rezension

Nach vielen Produkten und Dienstleistungen wird in Verbindung mit Begriffen wie „beste/r“, „Test“, „Erfahrungen“ oder ähnlichen Kombinationen gesucht, wenn potenzielle Kunden sich in der Entscheidungsphase befinden. Mit Tests und Rezensionen können hier spannende Rankings in den Suchergebnissen erzielt werden – selbst für Begriffe außerhalb des eigenen Sortiments oder Portfolios.

Nachteil: Sofern es um Dinge oder Leistungen geht, die das eigene Unternehmen anbietet (sprich: damit Geld verdient), leidet natürlich die Glaubwürdigkeit. Dann kann es helfen, Kundenstimmen (Testimonials) aufzunehmen oder unabhängige Experten zu Wort kommen zu lassen.

8. FAQ

Häufig gestellte Fragen lassen sich von Fachleuten leicht beantworten. So eine Wissenssammlung kann für Unerfahrene von unschätzbarem Wert sein, auch wenn sie jemandem, der sich jeden Tag damit beschäftigt, banal erscheinen mögen. Neben der Keyword-Recherche kann die Nachfrage beim Außendienst oder in der Telefonzentrale viele solcher Fragen zutage fördern.

Nachteil: Je nachdem, wie gesammelt wird, kann der Fragenkatalog lang und unübersichtlich werden. Es ist also viel Fleißarbeit, auf jede Frage einzugehen, und eine Herausforderung, alle Antworten so zu sortieren, dass Nutzer die Orientierung behalten.

9. Lexikon/Wiki

Bei der Organisation großer Mengen von Fachbegriffen, Vokabeln und Konzepten hilft ein Lexikon oder für die fortgeschrittenen Informationsarchitekten ein Wiki. In vielen Branchen werden gute Nachschlagewerke und Glossare gerne weiterempfohlen und mit Links belohnt.

Nachteil: Ähnlich wie bei den FAQ stellt sich die Frage, wie granular Themen behandelt werden sollen, um bei der Anzahl der Einträge ein gesundes Maß zu finden – denn diese schreiben sich ja schließlich nicht von alleine.

10. Gastartikel

Ein Gastartikel unterscheidet sich nicht wesentlich von einem Blogbeitrag oder Magazinartikel auf der eigenen Plattform, nur dass das Material eben einem anderen Betreiber für die Veröffentlichung weitergegeben wird. Beliebte Formate sind ähnlich: News, Ratgeber, Top-Listen etc.
Der Vorteil des neuen (größeren) Publikums liegt auf der Hand.

Nachteil: Gastartikel sind ein zweischneidiges Schwert. Sicher möchten alle Content-Marketer neue und insgesamt mehr Leserinnen und Leser erreichen. Gleichzeitig geht es auch darum, mit hervorragenden Inhalten auf der eigenen Website zu locken. Wenn Gastartikel also genutzt werden, um Inhalte leicht angepasst erneut zu verwenden, dann wäre das ideal – denn die eigenen Content-Meisterwerke sollen ja nicht alle exklusiv externen Publikationen als Futter dienen.

11. Whitepaper/eBook

Für alle Themen, über die umfangreicher geschrieben werden kann, sind Formate zum PDF-Download geeignet. Das gilt ganz besonders, wenn die Zielgruppe möglicherweise PDFs per Mail weiterempfehlen wird oder sich die Ressource abspeichern oder sogar ausdrucken möchte. Ein Vorteil bei diesem Format ist die Freiheit in der Gestaltung, da das Dokument unabhängig vom Web-Layout oder Blog-Template entworfen werden kann.

Nachteil: Hier wird viel Energie in eine einzelne Ressource gesteckt. Die nötige Zeit bzw. das entsprechende Budget wird nicht überall zur Verfügung stehen. Und: Wenn dieses Stück Content dann floppt, was sich nie ausschließen lässt, kann es schwierig werden, für den Rest der Content-Marketing-Strategie zu argumentieren. Fundierte Recherche bei der Themenauswahl und genügend Seeding dürfen also nicht fehlen.

12. Buch

Beim gedruckten Buch gilt im Prinzip dasselbe wie bei eBooks. Zusätzlicher Vorteil ist die Reichweite in der größten Produkt-Suchmaschine (auch ohne Produkte): Amazon.

Eines der vielen Potenziale für mehr Sichtbarkeit zum Thema, von dem Buchautoren profitieren: Die Amazon-Profilseite.

Nachteil: Etwas Mehraufwand entsteht durch die Korrespondenz mit Verlagen bzw. das Selbstverlegen des Druckwerks.

13. Interview

Das Frage-Antwort-Spiel lässt sich mit internen oder unternehmensfremden Gesprächspartnern umsetzen. Wer es schafft, hier eine gut vernetzte Koryphäe zu befragen, profitiert unter Umständen von der zusätzlichen Reichweite durch das Teilen im Netzwerk dort.

Nachteil: Gute Interviewpartner wachsen nicht auf Bäumen. Autoritäten auf einem Gebiet sind meist gefragte und vielbeschäftigte Menschen, die sich nicht leicht für eine Kooperation begeistern lassen (manchmal nur dank finanziellem Anreiz).

Visuell

Wie weiter oben bereits beschrieben, werden die folgenden Formate oftmals nicht alleinstehend als Corporate Content angeboten, sondern sind unterstützend oder erläuternd von Text umgeben oder in längere Textformate wie Studien oder Anleitungen eingebunden.

14. Foto/Bild (auch als Galerie)

Je nach Thema lassen sich die zentralen Informationen nicht oder nicht gut ohne Bildmaterial vermitteln. Dementsprechend wünschen sich Nutzer dann auch gute Bilder. Ganz besonders trifft das bei aktuellen Trends (z. B. Frisurentrends, Fashion-Trends, Einrichtungsstilen etc.) und bei vielen anderen eher inspirativen Themen zu.

Nachteil: Nicht überall stehen Bilder in ausreichender Anzahl und Qualität zur Verfügung. Besonders Onlineshops leiden oft unter einem herben Mangel an Fotos, weil Produktbilder von Herstellern nur sehr begrenzt für Content-Formate funktionieren und es auch rechtliche Einschränkungen bei der Nutzung gibt. In diesem Fall hilft es, bewusst nach Content-Partnern zu suchen, die Fotos zur Verfügung stellen können.

15. Illustration

Darstellungen, die im Vergleich zu Fotos reduziert sind oder Sachverhalte zeigen, die real so gar nicht zu erkennen sind, können eine wunderbare Ergänzung zu textlichen Inhalten sein. Im Idealfall passt der Stil der Illustration auch zum Voice and Tone der eigenen Marke.

Nachteil: Die Kompetenz für richtig gute Grafiken und Zeichnungen findet man selten einfach so vor, für die Zusammenarbeit mit Dienstleistern oder Freelancern muss also wieder Budget eingeplant werden. Eingeschränkt können fehlende Fähigkeiten durch Design-Tools kompensiert werden – doch da ist die Grenze schnell erreicht.

16. Infografik

Die Zusammenstellung mehrerer Illustrationen, oft datenbasiert, ergibt eine Infografik. Dieses Format wird inzwischen oft als veraltet bzw. ausgelutscht belächelt. Gelingt es jedoch, mit geschickt visualisierten Daten eine interessante Geschichte zu erzählen, können Infografiken nach wie vor gut funktionieren. Immer beliebter wurden in den letzten Jahren interaktive Infografiken (zu interaktiven Formaten später mehr).

Nachteil: Money, Money, Money. Ja, es gibt Tools, mit denen sich Infografiken erstellen lassen. Umhauen werden die Ergebnisse aber niemanden. Je aufwändiger eine Infografik bzw. je komplexer die Sachverhalte, die vermittelt werden sollen, desto größer wird auch die nötige Investition sein. Es sei denn, man kann ohnehin auf hervorragende Design- und Programmier-Skills zurückgreifen.

17. GIF

Nicht nur im Kontext von Internet-Memes lassen sich GIFs einsetzen. Für alles, was als kurzes Bewegtbild ohne Ton verständlicher, lustiger oder auffälliger ist, sollten GIFs zumindest in Betracht gezogen werden.

Videos

Video-Content ist definitiv im Trend. Wie er in die Content-Marketing-Strategie passt, habe ich an anderer Stelle erklärt. Hier soll es weiter um konkrete Formate für Inhalte mit Bewegtbild gehen:

18. Erklärfilm, Tutorial

Erklärende Videoformate können vielerlei Ziele verfolgen. Auf Landingpages können sie die Conversion-Rate erhöhen, als Ressource für bestehende Kunden können sie für Zufriedenheit und Treue sorgen – und somit den Customer Lifetime Value vergrößern.
Die konkrete Ausgestaltung hängt stark vom zu erklärenden Inhalt ab. Am einen Ende des Spektrums stehen Tutorials zu Tools, denn hier reicht meist ein Screencast mit entsprechendem Voice-over aus, eventuell gibt es noch erklärende Einblendungen oder bestimmte Elemente werden in der Nachbearbeitung des Videos hervorgehoben. Am oberen Ende der Aufwands- und Kosten-Skala hingegen stehen Erklärfilme, für die aufwendige Animationen angefertigt werden müssen, um komplexe Sachverhalte möglichst schnell verständlich zu machen.

19. Screencast

Alles, was sich sowieso schon auf einem Bildschirm bewegt, kann währenddessen auch als Video eingefangen werden – sei es, um die Datei zu speichern oder aber das Video sofort live via Streamingdienst ans Publikum zu übertragen. Der große Vorteil liegt hier also darin, dass der Aufwand nach dem initialen Tool-Setup sehr überschaubar bleibt.

20. Animation

Wie schon erwähnt, können mit Animationen gut Zusammenhänge erklärt werden, die sich in einem Realfilm nicht oder nicht so anschaulich aufnehmen lassen. Darüber hinaus können animierte Videos aber auch für Unterhaltungsformate oder kunstvolle Projekte im Corporate-Content-Mix eingesetzt werden. Extremstes Beispiel: Die Lego-Kinofilme.

Nachteil: Animationstalente sind rar. Dementsprechend muss für die Erstellung von Animationen immer reichlich Budget und ein großzügiges Zeitfenster eingeplant werden.

21. Image-Video

Für die knackige Selbstpräsentation eines Unternehmens gibt es ein vielfältiges Publikum – von potenziellen Neukunden bis hin zu Bewerber*innen. Es empfiehlt sich immer, solch ein Videoprojekt von Profis mit Erfahrung begleiten zu lassen.

22. Dokumentation

Einzelne Projekte im Unternehmen, besondere Events, Kooperationen oder gar größere Teile der Firmenhistorie – es gibt verschiedenste Themen, die sich im Doku-Format verfilmen lassen.

23. Emotionales

Marketing braucht Emotionen. Das klingt einleuchtend, doch auch Studien finden Indizien dafür. Werbefachleute haben schnell begriffen, dass sich Videoformate dafür besonders gut eignen, etwa Fernsehwerbung oder in der digitalen Welt Formate wie YouTube-Ads.

24. Mitschnitte

Live-Events oder Webinare (s. u.) lassen sich prima weiterverwerten, indem Videomitschnitte veröffentlicht werden. Je nach Thema und Umfang funktioniert das mit geringem Aufwand ungeschnitten oder aber besser in der Form von Highlight-Clips.

25. Making of (Blick hinter die Kulissen)

Wenn sowieso mit einigem Aufwand Videos gedreht werden, ist es ein Leichtes, jemandem im Umfeld des Shootings eine weitere Kamera in die Hand zu drücken mit dem Auftrag, den Prozess zu dokumentieren. Solche Formate bringen bei Betrachtung der reinen Zahlen selten beeindruckende Ergebnisse. Doch der geringe Aufwand und die Präsentation der Menschen dahinter verleihen dem Format durchaus seine Daseinsberechtigung, wenn es um Ziele wie Employer Branding, Imagepflege oder ähnliches geht. Beispiele von Bloofusion wären die Zusammenstellungen von Outtakes aus unseren Video-Serien:

Audio

26. Podcast

Podcasts haben von der immer stärkeren Verbreitung von Musik-Streaming und des mobilen Internets profitiert. Denn immer mehr Nutzer haben sich daran gewöhnt, Podcasts gemäß ihrer Interessen anzuhören – selten mit ungeteilter Aufmerksamkeit, viel häufiger aber nebenbei während des beruflichen Pendelns, beim Kochen, beim Sport etc.

Für das Content-Marketing bieten sich Podcasts an, weil sie sich mit überschaubarem Aufwand und Equipment professionell produzieren lassen. Auch thematisch müssen sich die Content-Strategen hier kein Bein ausreißen, denn in der Regel lassen sich vorhandene Themen, die für andere Formate schon ausgearbeitet wurden, hervorragend zur Aufnahme eines Podcasts wiederverwenden – oder anders herum: ein neues Thema aus einem Podcast wird zum Blogpost transkribiert.

Interaktives

Content muss keine Einbahnstraße sein und digitale Kommunikation funktioniert in beide Richtungen. Wer Menschen mitmachen lässt, kann sie leichter begeistern.

Nachteil: Alle interaktiven Formate müssen gebaut werden. Teils geht das mit Tools im Baukastensystem, manchmal lässt sich die (teure) eigene Entwicklung und Programmierung aber nicht vermeiden, um eine wirklich gute Ressource zu schaffen.

27. Tool, Rechner, Konfigurator

Der große Vorteil dieser Formate als Planer, Preis- und Mengenrechner, Produktkonfiguratoren & Co. ist der Nutzen trotz der Nähe zu Produkte oder Dienstleistungen. So kann ein Einkaufsratgeber in Textform durchaus nützlich sein, er wird aber niemanden wirklich beeindrucken. In Form eines interaktiven Konfigurators kann das direkt ganz anders aussehen.

28. Quiz

Wenn das Wissen der Zielgruppe auf den Prüfstand gestellt wird, lässt sich das auf zwei Arten nutzen, um Content-Marketing-Ziele zu erreichen. Entweder man streichelt das Ego der Quiz-Teilnehmer und lässt sie mit dem guten Ergebnis leicht über die sozialen Medien angeben, oder aber man zeigt mit schwierigen Quizfragen, welche Wissenslücken noch bestehen, und rückt sich selbst als Experten in den Fokus.

29. Gewinnspiel

Im Rahmen der Teilnahme an einem Gewinnspiel oder Wettbewerb kann Kundenfeedback eingesammelt werden, welches sich dann in Form von Testimonials verwenden lässt, oder es wird mit dem Aufruf verbunden, Content zu liefern – beispielsweise Bilder von Produkten in ihrem alltäglichen Kontext.

Nachteil: Attraktive Preise für Gewinnspiele sind in der Regel nicht gerade billig. Außerdem sollte unbedingt rechtlich geprüft werden, ob man sich mit den Zugangsvoraussetzungen strafbar macht oder im legalen Rahmen bewegt.

30. App/Web-Anwendung

Applikationen, sei es als „echte“ App, als browserbasierte Anwendung oder als PWA, können dank interaktiver Funktionen nützlicher, mitreißender oder einfach unterhaltsam sein. Eines der ältesten digitalen Beispiele ist sicher das Spiel Moorhuhn, obwohl die wenigsten begeisterten Ex-Moorhuhnjäger jemals zur Kenntnis genommen haben, dass es sich dabei um ein Werbeprojekt von Johnnie Walker handelte. Mehr Erfolg hatte wohl das Beispiel von Charmin, die App Sit or Squat, in der Nutzer öffentliche Toiletten in der Nähe suchen und hinsichtlich Sauberkeit und Gesamtzustand bewerten können. Apps mit AR (Augmented Reality) oder VR (Virtual Reality)-Funktionalität bringen wiederum ganz neue Ansätze. Je mehr diese nach und nach bei einer breiteren Zielgruppe ankommen, desto spannender werden diese Formate auch für Marken.

Nachteil: Spiele- und App-Entwickler gehören nicht zur personellen Grundausstattung einer durchschnittlichen Online-Marketing-Abteilung, daher muss diese Expertise teuer eingekauft werden.

31. Webinar

Für Webinare sprechen ähnliche Argumente wie für Erklärfilme (s. o.): Einerseits können das Produktsortiment, die angebotenen Dienstleistungen oder die eigenen Tools den Bestandskunden live erklärt und gezeigt werden. Andererseits können informationale Webinare auch für neue Themen sensibilisieren und vermitteln, dass der/die Vortragende wichtige Attribute wie Erfahrung, Vertrauenswürdigkeit oder Sympathie besitzt. Nur zum Sales-Pitch sollte ein Webinar auf keinen Fall werden!

Vorteil: Direktes Feedback und Kontakt zum Publikum

32. Event (auch virtuell)

Die ultimative Interaktion passiert, wenn man Menschen physisch zusammenbringt. Abgespeckt geht das aber auch virtuell, wie wir alle 2020 erfahren haben. Die Aufhänger und Ziele von Firmenevents können sehr vielfältig sein, von der Bewerbermesse über das Teambuilding-Event (Firmenfeier) bis hin zur Fachtagung oder dem Blogger-Treffen.

Nachteil: Echte Veranstaltungen müssen mühselig organisiert und die Räumlichkeiten bezahlt werden. Als reine Content-Marketing-Maßnahme sollte das also nicht betrachtet werden, denn dann wird das entsprechende Budget vermutlich nicht freigegeben.

33. Präsentation

Präsentationen, die im Rahmen von Webinaren oder Vorträgen erstellt werden, können für mehr Reichweite im Internet weitergenutzt werden. Für Powerpoint-Präsentationen bieten sich Plattformen wie Slideshare an. Natürlich können die Folien auch eigens zu diesem Zweck erstellt werden. Die dort veröffentlichten Präsentationen lassen sich dann wiederum ganz einfach in Social Media teilen oder in Blogbeiträge und andere Webseiten einbinden.

Fazit

Bei dieser Auswahl wird für jedes Unternehmen, jedes Thema und jeden Zweck mindestens ein passendes dabei sein, es gibt keine Ausreden mehr. Stehen die Themen für den Redaktionsplan und sind die Formate gewählt, sind von der Content-Marketing-Agentur oder dem eigenen Team natürlich weiterhin viel Kreativität und harte Arbeit gefordert – aber die ersten Schritte sind bereits getan.

Bonus-Tipp: Diese Übersicht der vielen Content-Formate eignet sich auch wunderbar dafür, Content Recycling von Anfang an einzuplanen oder im Zuge des Content Audits zu prüfen, welche Inhalte es verdient haben, in einem anderen Format wiederverwendet zu werden. So sind beispielsweise Interviews prädestiniert für diverse Formate: In Textform als Blogpost, im Video als Audiospur und zuletzt kondensiert in einem kurzen Zitat als Bild für Social Media.

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Andreas Schülke

Andreas Schülke leitet als Head of Agency die Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Er schreibt schwerpunktmäßig zu den Themen Content-Marketing, Linkaufbau und SEO – im Bloofusion-Blog, im Magazin für SEO, SEA und E-Commerce suchradar sowie bei Twitter.

Privat treibt er viel Sport und ist Spielertrainer beim Freizeitliga-Verein SC Münster United. Außerdem ist er Fan von Werder Bremen und musikbegeisterter Hobbykoch.

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