AdWords integriert Videokampagnen

3. September 2015 | Von in SEA

Google hat Videokampagnen (endlich) voll in AdWords integriert (offizielle Ankündigung). Was vorher ein Schattendasein im separaten Bereich unter Alle Videokampagnen fristete ist jetzt Bestandteil der normalen Kampagnenverwaltung.

migrationscenterIn Konten, in denen bereits Videokampagnen laufen oder liefen, wird nun eine Meldung angezeigt, die zur Umstellung aufruft. Folgt man der Aufforderung, so gelangt man in ein buntes Migrationscenter (siehe rechts). Dort gibt es genau eine Schaltfläche, über die man die Migration starten kann. Kurz darauf ist die Migration auch schon abgeschlossen. Wahlmöglichkeiten gibt es keine; der Prozess ist an Einfachheit nicht zu überbieten.

Nach der Migration werden die Änderungen noch mal kurz Schritt-für-Schritt direkt auf der AdWords-Oberfläche gezeigt. Außerdem kann man sich noch ein Video ansehen, das in der deutschen Oberfläche allerdings von 2014 ist und noch den Prozess mit den alten Videokampagnen erläutert – einfach ignorieren.

Was ändert sich?

Mit der Migration wird aus den vorher separaten Videokampagnen ein neuer Kampagnentyp, der sich neben den übrigen Such-, Display- und Shopping-Kampagnen einreiht und vordergründig auch nicht anders aussieht. Die vorherigen Ausrichtungsgruppen finden sich nun als Anzeigengruppen in den Videokampagnen wieder. Die Verknüpfung mit YouTube findet sich nun bei den anderen Kontoverknüpfungen.

kampagnenfilterZu Video-Kampagnen werden standardmäßig die gleichen Statistiken angezeigt wie bei anderen Kampagnen auch. Dafür sind neue Spalten einblendbar, in denen die speziellen Video-Metriken angegeben werden. Filtert man im linken Menü nach Videokampagnen, dann werden automatisch die gängigen Video-Spalten angezeigt.

Neu hinzu kommen zwei Reiter für Videos und Video-Targeting. Da hätte man auch einen Schritt weiter gehen und die Videos bei den Anzeigen unterbringen können. Eine Reorganisation des Targeting-Bereichs (Keywords, verschiedene Display- und Video-Kriterien) steht meiner Meinung nach auch aus.

Neue Möglichkeiten

Nach der Integration lassen sich für Shopping-Kampagnen viele Funktionen nutzen, die für andere Kampagnen schon lange selbstverständlich sind. Dazu zählen viele Analysemöglichkeiten, etwa die Segmentierung oder die Anwendung von Filtern. Außerdem lassen sich stellenweise Bulk-Änderungen und Bulk-Uploads durchführen.

Für Kampagnen und Anzeigengruppen sind nun auch automatische Regeln verfügbar, um Budgets, Gebote und Status zu ändern. Bei Videos und Targeting sucht man hingegen vergeblich danach – schade.

Zu den Neuerungen gibt’s – natürlich – auch ein Video

Neue Metrik: Interaktionen

Um den verschiedenen Arten von Anzeigen Rechnung zu tragen, hat Google kurz darauf auch noch neue Spalten rund um Interaktionen angekündigt und auch schon eingeführt. Interaktionen sind bei regulären Textanzeigen Klicks und bei Videos Ansichten. Daraus abgeleitet gibt es eine Interaktionsrate und durchschnittliche Kosten pro Interaktion. Wer möchte kann diese Spalten gleich anstelle von Klicks, Klickrate und durchschnittlichem CPC nutzen.

So ganz ausgereift scheint mir die Sache mit den Interaktionen noch nicht zu sein. So sieht man in der zugehörigen Spalte nicht nur eine Zahl, sondern auch die jeweilige Art, z. B. “95 Klicks” oder “105 Impressionen”. Die Bezeichnung “Impressionen” ist im Deutschen allerdings schlecht gewählt; gemeint sind Video-Ansichten, englisch: views.

Die Bezeichnung als Interaktion ist auch insofern unglücklich, dass Videoansichten in vielen Fällen bedeuten, dass der Nutzer das Video einfach hat laufen lassen, was eben keine Interaktion bedeutet. Klicks oder andere YouTube-Aktionen, die eher als Interaktion zu bezeichnen wären, fallen nicht unter diese Metrik. Letztlich steht der Oberbegriff Interaktion einfach nur für das, wofür man gängigerweise bezahlt.

Reporting-Inkonsistenzen

Die Einbeziehung von Video-Statistiken hat zur Folge, dass sich die Gesamtzahlen eines AdWords-Kontos ändern – auch nachträglich. Wer beispielsweise im August Videos geschaltet hat, bekam vor der Migration andere Zahlen für den letzten Monat als danach. Das dürfte in Zukunft für ein wenig Verwirrung sorgen, weil alte Reports nicht mehr stimmen bzw. mit neuen Zahlen nicht mehr direkt vergleichbar sind.

Ein wenig seltsam verhält sich das noch mit der AdWords Programmierschnittstelle, die anscheinend noch die alten Zahlen ohne Video-Kampagnen auswirft. Der gleiche Report über AdWords Scripts zeigt hingegen die neuen Zahlen an. Wer also mit Tools auf Reports zugreift sollte im Zweifelsfall nachsehen, ob nun Zahlen in- oder exklusive Video geliefert werden.

Fazit

Dass Videokampagnen keinen Sonderstatus mehr haben sondern mehr oder weniger ganz normale Kampagnen geworden sind, kann ich nur begrüßen. Ein paar Startschwierigkeiten scheint das Ganze zu haben, aber ich sehe in der Migration nur Vorteile, so dass es in meinen Augen keinen Grund gibt, diese hinauszuzögern. Wer dennoch wartet, wird am 12. Oktober automatisch “zwangsmigriert”, was aber auch nicht weiter dramatisch ist.

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Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEA in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google Ads im Bloofusion-Blog, im suchradar und hin und wieder in seinem SEA-Profi-Blog PPC Epiphany.

Martin Röttgerding ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden:

Ein Kommentar zu “AdWords integriert Videokampagnen”

  1. Kunststoffwelt

    Ich finde, das Problem bei Videokampagnen ist, dass die unglaublich viel kosten. Die Erstellung der Videos können sich nur Kunden mit einem riesigen Budget leisten. Ansonsten ist es ein super Branding-Kanal

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