ccTLD oder gTLD: Was ist besser für SEO?

29. April 2020 | Von in SEO

Die Wahl der richtigen Domain ist schon extrem wichtig – gerade wenn man eine neue Website startet. Dabei muss man sich grundsätzlich zwischen zwei Lagern entscheiden: ccTLD oder gTLD. Was bedeutet das? Und welche Auswirkungen hat es auf SEO?

ccTLD oder gTLD - was ist besser für SEO?

ccTLD oder gTLD?

ccTLD steht für Country Code Top Level Domain. Gemeint sind damit alle Domains, die länderspezifisch sind, also z. B. .de, .at, .ch, .fr, .it und so weiter. Diese Domains haben einen gewissen „Boost“ in den jeweiligen nationalen Google-Varianten. Eine .de funktioniert also in Deutschland gut.

gTLDs (Generic Top Level Domains) sind alle Domains, die keine ccTLDs sind. Vor allem kennt man hier .com, .org oder .info. Aber auch eine .eu- oder .berlin-Domain ist nichts anderes als eine generische Domain, weil sie ja nicht auf ein Land ausgerichtet ist.

Bei dieser Trennung gibt es eine wichtige Einschränkung: Einige ccTLDs werden von Google wie gTLDs behandelt, weil Google gelernt hat, dass sie überwiegend nicht von lokalen Unternehmen verwendet werden. Der prominenteste Vertreter ist hier wohl die Domain .tv. Nur die wenigsten .tv-Domains werden wohl Unternehmen im Inselstaat Tuvalu zuzuschreiben sein. Eine Liste dieser abweichenden Domains gibt es hier bei Google.

Was ist besser in Bezug auf SEO?

Wenn ein Unternehmen nur im deutschsprachigen Raum (also primär in Deutschland) aktiv ist und auf der Domain auch nur deutschsprachige Inhalte abgelegt werden, dann ist eine .de-Domain eine sehr gute Wahl.

Wenn man international unterwegs ist und auf der eigenen Website mehrere Unterordner/Subdomains für Sprachen oder Länder platzieren möchte (also z. B. /fr/ für die französischen Inhalte), dann ist eine generische Domain die deutlich bessere Wahl. Dann ist es nämlich möglich, die einzelnen Ordner/Subdomains über die Google Search Console auf die entsprechenden Länder auszurichten. Man kann dann also z. B. den Ordner www.website.com/fr/ so einstellen, dass er – obwohl er sich auf einer gTLD befindet – wie eine ccTLD behandelt wird. Das hat dann Vorteile für das jeweilige Land („Ranking Boost“) und ist neutral für alle anderen Länder.

Wichtiger Hinweis: Auf einer ccTLD gibt es diese Möglichkeit nicht. Den Ordner www.website.de/fr/ kann man also nicht auf Frankreich ausrichten.

International SEO: Also für jedes Land eine eigene ccTLD?

Wer ein internationales Geschäft betreibt, kann natürlich auch auf die Idee kommen, für jede(s) Land/Sprache eine separate ccTLD zu nutzen, also eben website.de für die deutschsprachigen Inhalte und eine website.fr für die französischen Inhalte. Das klingt erstmal nach einer guten Idee, weil man dann ja für die jeweiligen Länder eine optimale Domain besitzt.

Dabei wird aber oft vergessen, dass es für SEO wichtig ist, Websites auch gut extern verlinken zu lassen. Häufig ist es aber leider so, dass insbesondere kleine Unternehmen es dann nicht schaffen, die einzelnen länderspezifischen Domains ausreichend verlinkt zu haben, sodass diese Websites dann in den jeweiligen Ländern schlechte Rankings generieren.

Und dann ist in der Praxis eine gTLD mit Unterordnern oder Subdomains doch die deutlich bessere Lösung – vor allem eben für die „kleineren“ Länder/Sprachen.

Noch mehr Informationen

Wer noch mehr Interesse an Domain-Themen hat, sei auf die Podcast-Episode „Domains + SEO: Die wichtigsten Basics + 10 häufige Fragen!“ und „International SEO: Die 10 häufigsten Fehler“ verwiesen. Dort geht es auch um viele andere Fragen, z. B. um Expired Domains und die optimale Domain-Strategie.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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