Die Google Corona Credits kommen

28. Mai 2020 | Von in SEA

Lange haben wir auf die von Google angekündigten Corona-Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen gewartet. Jetzt hat Google mit der Verteilung begonnen.

Im März hatte Google recht schnell angekündigt, über 800 Millionen US-Dollar als Unterstützung zur Bewältigung der Corona-Krise bereitzustellen. Den mit 340 Millionen größten Posten stellen Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen dar.

Seitdem hörte man lange nichts von Google. Was das für einzelne Werbetreibende heißt, blieb unkonkret. Das hat sich letzte Nacht geändert.

Wer bekommt das?

Infrage kommen kleine und mittlere Unternehmen, wobei Googles Definition auch Unternehmen mit hunderten Angestellten und vielen Standorten einschließt. Diese müssen zuletzt aktiv geworben haben, was konkret heißt:

  • 2019 in mindestens zehn Monaten UND
  • 2020 im Januar oder Februar.

Außerdem müssen sich die Unternehmen an Googles Richtlinien gehalten haben.

Und wie viel?

Nun ist klar, mit wie viel Geld Werbetreibende rechnen können: Die Obergrenze liegt bei 1000 US-Dollar, also ca. 909 Euro.

Die konkrete Höhe soll von den bisherigen Werbeausgaben abhängen. Man sollte also meinen, dass man das letztjährige Budget als Grundlage nehmen könnte, aber das scheint nicht so zu sein.

Erste Meldungen von Werbetreibenden, die Gutschriften erhalten haben, lassen leider keinen sinnvollen Rückschluss zu. Bislang habe ich von Gutschriften gehört, die zwischen 1,3 % und (extremer Einzelfall) 25 % der 2019er-Werbeausgaben lagen.

Guthaben statt Auszahlung

Werbetreibende bekommen die Summe als Guthaben in ihren Konten hinterlegt. Dieses kann bis Ende des Jahres verbraucht werden, ansonsten verfällt es.

Auf Twitter kam die Frage auf, ob dadurch schlicht die Klickpreise steigen und Google das Geld so ganz einfach wieder reinbekommt. Dazu müssten Werbetreibende dieses Geld aber direkt auf ihr Budget bzw. ihre Gebote aufschlagen, was nur in Einzelfällen passieren dürfte. Hinzu kommt, dass die Beträge zu klein sind, um spürbare Effekte nach sich zu ziehen.

Wann kommt das?

Google will die Verteilung phasenweise durchführen. Los ging es gestern in Neuseeland, wo erste Unternehmen die Guthaben in ihren Konten gefunden haben. Weitere Länder sollen in den nächsten Wochen folgen. Konkreter wurde Google bislang nicht.

Wie bekommt man das mit?

Werbetreibende bekommen eine kaum zu übersehende Meldung in ihrem Konto, sobald die Credits da sind:

Außerdem kommt eine Benachrichtigung per E-Mail. Es dürfte schwer werden, das zu verpassen.

Wie sieht es mit MCC-Konten aus?

Die Administratoren direkter Verwaltungskonten werden ebenfalls per E-Mail informiert. Zusätzlich können die Meldungen in allen übergeordneten Verwaltungskonten im Bereich Benachrichtigungen eingesehen werden:

Generell steht der Einsatz von Verwaltungskonten dem Empfangen von Guthaben nicht im Wege.

Was, wenn ein Unternehmen mehrere Konten hat?

Auch wenn mehrere Konten genutzt werden, will Google generell nur ein Guthaben pro Unternehmen vergeben. Dazu wird vermutlich die Rechnungsanschrift herangezogen.

Unklar ist allerdings noch, ob das Guthaben ggf. unter mehreren Konten aufgeteilt wird oder ob ein Konto das komplette Guthaben erhält.

An wen kann man sich wenden?

Google hat klargestellt, dass man sich für die Corona-Hilfen nicht bewerben kann und dass es keine Ausnahmen geben wird. Guthaben können auch nicht weitergeleitet, aufgespalten oder ausgezahlt werden.

Letztlich gibt es für derlei Anliegen schlicht keine Ansprechpartner. Auch uns als Premium-Partner wurde signalisiert, dass unsere Kontakte keinerlei Einfluss nehmen können.

Fazit

Kleine Werbekunden könnten sich freuen, während andere angesichts des Betrags ernüchtert sein dürften. Dass es einen nennenswerten Unterschied macht, bezweifle ich zwar, aber eine nette Geste ist es sicherlich.

So oder so bleibt für Werbetreibende nur das Abwarten. Google lässt sich weder drängen noch sonst irgendwie beeinflussen. Irgendwann sollte die Nachricht kommen, dass eine Gutschrift da ist – ansonsten hat man wohl Pech gehabt.

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Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEA in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google Ads im Bloofusion-Blog, im suchradar und hin und wieder in seinem SEA-Profi-Blog PPC Epiphany.

Martin Röttgerding ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden:

2 Kommentare zu “Die Google Corona Credits kommen”

  1. Timseo

    Gut, dass Google helfen will! Aber es ist unglaublich um welche Summen es sich dabei immer handelt!

  2. Stefan B.

    Obwohl die finanzielle Unterstützung an einige Bedingungen geknüpft ist, die nicht genau ersichtlich sind, so können doch viele kleine Unternehmen auf Unterstützung in der schwierigen Zeit hoffen. Besser als nichts, ich drücke allen die Daumen, dass es mit der Hilfe klappt!

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